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Bitcoin bei 60.000 Dollar: Strategen warnen vor weiterem 30-Prozent-Rückgang

Zwei Wall-Street-Strategen sehen Bitcoin an einem kritischen technischen Niveau – ein Bruch könnte die Kryptowährung bis auf 40.000 Dollar drücken.

Bitcoin bei 60.000 Dollar: Strategen warnen vor weiterem 30-Prozent-Rückgang

Bitcoin steht laut zwei renommierten Wall-Street-Strategen an einem entscheidenden Scheideweg. Matt Maley, Stratege bei Miller Tabak, warnt, dass jedes weitere Abwärtspotenzial von den aktuellen Niveaus um 60.000 Dollar die Anlegerstimmung erheblich belasten könnte. Die größte Kryptowährung der Welt hatte vor rund acht Monaten noch ihren Höchststand bei etwa 126.000 Dollar erreicht – seitdem hat sie mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.

Ein wesentlicher Faktor für die aktuelle Schwäche ist laut Maley der Rückzug der Privatanleger. Während Wall-Street-Firmen weiterhin in den Bereich der digitalen Vermögenswerte investieren, haben Privatanleger – die in der Vergangenheit eine treibende Kraft hinter großen Krypto-Rallyes waren – ihren Fokus zunehmend auf wachstumsstarke KI- und Technologieaktien verlagert. Hinzu kommen nennenswerte Abflüsse bei Bitcoin-ETFs, die laut Maley darauf hindeuten, dass der Enthusiasmus der Anleger spürbar nachgelassen hat.

Entkoppelung vom Aktienmarkt als Warnsignal

Besonders besorgniserregend ist für Maley ein weiteres Phänomen: „Die Kryptowährung zeigt zudem Anzeichen einer Entkoppelung vom Aktienmarkt, was die Sorge schürt, dass sie nicht von einer breiteren Marktstärke profitieren könnte", erklärte er. Bislang galt eine positive Korrelation zwischen Bitcoin und risikofreudigen Aktien als eine Art Sicherheitsnetz – fiel der breite Markt, litt Bitcoin, stieg er, profitierte auch die Kryptowährung. Diese Dynamik scheint sich nun aufzulösen.

Maley verwies zudem auf Fortschritte im Quantencomputing als weiteres Risiko, das künftige Sicherheitsbedenken für Kryptowährungen aufwerfe. Dieses Thema gewinnt in der Branche zunehmend an Bedeutung, da leistungsstarke Quantencomputer theoretisch in der Lage sein könnten, die kryptografischen Grundlagen von Bitcoin zu gefährden.

Technischer Analyst sieht Kursziel bei 40.000 Dollar

John Roque, technischer Stratege bei 22V Research, teilt Maleys Bedenken und untermauert sie mit einer konkreten Preisprognose. Bitcoin teste sein erstes Abwärtsziel von 60.000 Dollar „um Haaresbreite" erneut, schrieb Roque in einer Mitteilung. Ein Durchbrechen dieses Niveaus, „das ich erwartet habe", würde einen weiteren Rückgang auf 40.000 Dollar bedeuten – ein Minus von rund 33 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand.

Bitcoin-ETFs verzeichneten zuletzt ihre größten monatlichen Abflüsse seit dem Jahr 2024. Institutionelle Anleger versuchen demnach, ihr Risikoengagement angesichts allgemeiner Marktunsicherheit und der anhaltenden Sorge über höhere Zinsen zu reduzieren. Höhere Zinsen machen risikoreichere Anlagen wie Kryptowährungen generell weniger attraktiv, da sichere Anleihen vergleichsweise bessere Renditen bieten.

Regulatorische Klarheit als möglicher Lichtblick

Trotz der düsteren technischen Aussichten sieht Maley auch positive Signale – insbesondere an der regulatorischen Front. Er verweist auf die Erwartung, dass der US-Kongress ein Gesetz zur Kryptostruktur verabschieden wird, das „klarere Regeln" für Plattformen im Bereich digitaler Vermögenswerte vorsieht. „Eine solche Gesetzgebung könnte die Unsicherheit verringern und im Laufe der Zeit eine breitere institutionelle Beteiligung fördern", sagte Maley.

Für deutsche Privatanleger, die in Bitcoin oder Bitcoin-ETFs investiert sind, verdeutlicht die aktuelle Situation die hohe Volatilität der Anlageklasse. Die Kombination aus technischem Druck, nachlassendem Retail-Interesse, ETF-Abflüssen und makroökonomischen Gegenwind mahnt zur Vorsicht – auch wenn regulatorische Fortschritte mittelfristig neue Impulse liefern könnten.

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