Bitcoin-Analyst warnt: Erholung noch keine Trendwende
Trotz einer Erholung von über 7% seit dem Absturz unter 90.000 Dollar warnt ein Analyst vor zu viel Optimismus. Die Kryptowährung steht vor wichtigen technischen Hürden.

Bitcoin hat sich nach dem jüngsten Kursrutsch unter 90.000 Dollar wieder gefangen und konnte mehr als 7% zulegen. Erstmals seit dem Oktober-Höchststand notiert die weltweit größte Kryptowährung wieder über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Doch Experten mahnen zur Vorsicht.
Kurzfristige Erholung mit Fragezeichen
Rob Ginsberg, Analyst bei Wolfe Research, bezeichnet die Entwicklung zwar als "gutes Zeichen" für die kurzfristige Dynamik. Er sieht Potenzial für einen weiteren Anstieg in Richtung des 200-Tage-Durchschnitts bei etwa 105.000 Dollar. Allerdings betont der Experte, dass dieses Niveau einen kritischen Test darstellt und "wahrscheinlich der Punkt ist, an dem diese Erholung eine Verschnaufpause einlegt".
Die aktuelle Bewegung sollte eher als technische Gegenbewegung verstanden werden, nicht als Beginn eines neuen Bullenmarktes. Bitcoin zeigt sich zum ersten Mal seit Oktober technisch überkauft, während andere Marktindikatoren keine erhöhte Risikobereitschaft der Anleger signalisieren.
Altcoins schlagen Bitcoin
"Auch wenn diese Erholung durchaus noch eine weitere Woche oder so anhalten könnte, sind wir nicht der Ansicht, dass der Sektor wieder voll durchstartet", schreibt Ginsberg in seiner Analyse. Besonders auffällig: Im Jahr 2025 entwickeln sich alternative Kryptowährungen deutlich stärker als Bitcoin, nachdem sie im Vorjahr massive Verluste hinnehmen mussten.
Bitcoin beginne gerade erst, eine Dynamikwende gegenüber Altcoins zu erleben, so der Analyst. Aus längerfristiger Perspektive bleibe der Vier-Jahres-Zyklusrahmen intakt, solange kein neues Allzeithoch erreicht werde.
Historische Zyklen als Orientierung
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseGinsberg verweist auf historische Muster: Bitcoin erreicht seinen Höhepunkt typischerweise etwa 530 Tage nach Beginn jedes Zyklus. Das Oktober-Hoch markierte Tag 535 dieses Zyklus. Der Analyst argumentiert zudem, dass das makroökonomische Umfeld weiterhin "golddominiert" sei.
Bitcoin habe noch einen Großteil des geopolitischen oder durch Währungsentwertung getriebenen Aufwärtspotenzials zu erschließen, das die Goldpreise in den vergangenen Monaten gestützt habe. Für Anleger bedeutet dies: Geduld und ein genauer Blick auf die technischen Marken sind gefragt.


