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Biontech investiert über eine Milliarde Euro in Großbritannien

Die Ambitionen des Unternehmens, Großbritannien zum Biotech-Innovationszentrum zu machen, und die Herausforderungen für den Pharmastandort Deutschland

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Biontech investiert über eine Milliarde Euro in Großbritannien

Das Mainzer Unternehmen Biontech hat angekündigt, in den kommenden zehn Jahren über eine Milliarde Pfund, umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro, in Großbritannien zu investieren. Diese Investition zielt darauf ab, die Forschung und Entwicklung des Unternehmens voranzutreiben und gleichzeitig Großbritannien als einen der führenden Standorte für biomedizinische Innovationen zu etablieren. Premierminister Rishi Sunak verkündete diese Nachricht auf dem Global Investment Summit in der Nähe von London, wo er insgesamt Investitionen in Höhe von 29,5 Milliarden Pfund bekannt gab.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Investitionen von Biontech liegt auf dem Ausbau seiner Forschungseinrichtungen. Ein neues Labor in Cambridge wird errichtet, und das bereits bestehende Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) in London wird erweitert. In diesem Jahr hat Biontech bereits das KI-Start-up Instadeep für 500 Millionen Euro übernommen, was seine Ambitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz unterstreicht.

Zusätzlich zu den Infrastrukturverbesserungen werden in Großbritannien klinische Studien für Krebsimmuntherapien durchgeführt. Bis zum Ende des Jahres 2030 sollen 10.000 Patienten mit den Medikamenten des Unternehmens behandelt werden. Diese langfristige Investition wird voraussichtlich auch die Schaffung von 400 neuen Arbeitsplätzen in Großbritannien ermöglichen.

Biontech betont, dass die Zusammenarbeit mit der britischen Regierung ein gemeinsames Ziel verfolgt: die Verbesserung der Gesundheitsversorgung und die Förderung eines besseren Lebens für die Menschen. Diese Investitionen unterstreichen das Engagement von Biontech und Großbritannien für die Patientenversorgung in der Zukunft.

Obwohl Biontech nun erhebliche Ressourcen in Großbritannien investiert, bleibt das Unternehmen weiterhin in Deutschland aktiv. Die Firma plant, in Mainz ihre Labore und Forschungs- und Entwicklungskapazitäten auszubauen. Der Großteil der weltweit mehr als 5700 Mitarbeiter von Biontech ist in Deutschland tätig. Für das Jahr 2023 sind beträchtliche Ausgaben von bis zu zwei Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung geplant, und das Unternehmen führt derzeit klinische Studien in 30 Ländern durch.

Die Expansion von Biontech in Großbritannien hat jedoch auch die Diskussion über die Standortbedingungen für Pharmaunternehmen in Deutschland angefacht. Diese Unternehmen kritisieren die umfangreiche Bürokratie und die langsamen Verfahren, die in Deutschland die Durchführung klinischer Studien erschweren. Viele Datenschutzbehörden und Ethikkommissionen in den Bundesländern müssen ihre Zustimmung für solche Studien erteilen, was den Prozess zeitaufwendig macht.

Die Entscheidung von Biontech, seine Aktivitäten in Großbritannien auszuweiten, wirft Fragen darüber auf, ob Patienten in anderen Ländern schnelleren Zugang zu wichtigen Medikamenten erhalten könnten, wenn entscheidende Studien dort durchgeführt werden. Die deutsche Politik, vertreten durch Gesundheitsminister Karl Lauterbach, plant jedoch Maßnahmen, um die Forschungsbedingungen in Deutschland zu verbessern und bürokratische Hürden abzubauen. Die Pharmabranche in Deutschland fordert außerdem eine bessere Finanzierung und weniger Risikoscheu bei heimischen Investoren, um die Entwicklung von Medikamenten zu fördern.

Die Investition von Biontech in Großbritannien ist ein weiterer Schritt in Richtung internationaler Expansion, während das Unternehmen weiterhin eng mit Deutschland verbunden bleibt. Diese Entscheidung unterstreicht die Notwendigkeit für Deutschland, attraktive Rahmenbedingungen für biomedizinische Forschung und Innovation zu schaffen, um im globalen Wettbewerb erfolgreich zu sein.

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