Biontech einigt sich auf Milliardenvergleich
Zahlungen an NIH und Universität klären Streit um mRNA-Patente abschließend

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech hat in den USA zwei langwierige Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit seinem Corona-Impfstoff beigelegt. Im Rahmen von Vergleichsvereinbarungen zahlt das Unternehmen insgesamt 1,2 Milliarden Euro an die US-Gesundheitsbehörde NIH und die Universität von Pennsylvania. Diese Einigungen betreffen Patentfragen, die sich auf die Nutzung grundlegender mRNA-Technologien beziehen.
Die NIH erhält dabei 791,5 Millionen Dollar. Hintergrund ist eine Zahlungsaufforderung der US-Behörde aus dem März dieses Jahres, in der ausstehende Lizenzgebühren geltend gemacht wurden. Die Universität von Pennsylvania erhält 467 Millionen Dollar, nachdem sie im August Klage gegen Biontech eingereicht hatte. Die Universität argumentierte, dass ihr ein höherer Anteil an den weltweiten Einnahmen aus dem Verkauf des Impfstoffs Comirnaty zustehe, da dieser auf Erfindungen der Professoren und Nobelpreisträger Katalin Kariko und Drew Weissman basiert. Diese hatten entscheidende Beiträge zur Entwicklung der mRNA-Technologie geleistet.
Zwischen 2021 und 2023 zahlte Biontech bereits Lizenzgebühren in Höhe von mindestens 1,6 Milliarden Dollar an die Universität von Pennsylvania. In diesem Zeitraum erzielte das Unternehmen Einnahmen von rund 40 Milliarden Euro aus dem Verkauf seines Impfstoffs. Trotz der hohen Vergleichszahlungen betonte Biontech, dass mit diesen Einigungen kein Schuldeingeständnis verbunden sei.
Die Nachricht über die Vergleiche hatte auch Auswirkungen auf den Aktienkurs von Biontech. Im frühen US-Handel verzeichnete die Aktie leichte Kursgewinne und stieg um etwa ein Prozent auf 115 Dollar, was sich entgegen dem allgemeinen Markttrend entwickelte.
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Zur AktienanalyseMit diesen Einigungen beendet Biontech zwei bedeutende Rechtsstreitigkeiten, die während der erfolgreichen Vermarktung seines Corona-Impfstoffs entstanden waren. Der Impfstoff, der in Zusammenarbeit mit dem US-Pharmaunternehmen Pfizer entwickelt wurde, gilt als einer der wichtigsten Beiträge zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie und brachte dem Unternehmen weltweit Anerkennung und hohe Einnahmen. Die Nutzung der mRNA-Technologie bleibt jedoch weiterhin ein komplexes und oft umstrittenes Feld im Bereich des Patentrechts.


