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Biontech bereitet Markteinführung von Krebsmedikamenten vor

Vorstand neu aufgestellt, klinische Tests laufen, Verluste steigen trotz prall gefüllter Kasse

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 Biontech bereitet Markteinführung von Krebsmedikamenten vor

Biontech plant, im Jahr 2026 sein erstes Krebsmedikament auf den Markt zu bringen und hat im Zuge dieser strategischen Ausrichtung Änderungen im Vorstand angekündigt. Ab dem 1. Juli 2025 übernimmt Ramón Zapata-Gomez das Finanzressort des Mainzer Unternehmens. Er folgt auf Jens Holstein, der zum 30. Juni in den Ruhestand tritt. Zapata-Gomez bringt umfangreiche internationale Erfahrung mit. Zuletzt war er bei Novartis Biomedical Research tätig, der globalen Forschungsorganisation des Schweizer Pharmakonzerns Novartis. Frühere Stationen seiner Karriere waren unter anderem Sandoz und Mondelez. Er ist zertifizierter Wirtschaftsprüfer und besitzt sowohl die US-amerikanische als auch die mexikanische Staatsbürgerschaft.

Bereits im Jahr 2024 war Annemarie Hanekamp zum Biontech-Vorstand gestoßen. Die Niederländerin war zuvor für Novartis sowie Bristol Myers Squibb tätig. Ihre Hauptaufgabe bei Biontech besteht in der Vorbereitung der Markteinführung neuer Krebsmedikamente. Inzwischen zeichnet sich auch ab, welche Medikamente konkret zur Marktreife gelangen sollen. Laut Angaben von Biontech im Rahmen der aktuellen Quartalsberichterstattung konzentriert sich das Unternehmen auf den bispezifischen Antikörper BNT327 sowie auf Immuntherapien mit Botenmolekülen auf mRNA-Basis.

Bispezifische Antikörper wie BNT327 sollen das körpereigene Immunsystem aktivieren und gleichzeitig die Versorgung von Tumoren mit Blut unterbinden. Dies geschieht durch die Hemmung der Neubildung von Blutgefäßen. BNT327 wird für die Behandlung bestimmter Brustkrebsarten sowie von kleinzelligem Lungenkrebs entwickelt. Die Entwicklung erfolgt in Kooperation mit dem chinesischen Partnerunternehmen Biotheus.

Parallel dazu verfolgt Biontech mRNA-basierte Immuntherapien, bei denen – ähnlich wie beim Corona-Impfstoff – mRNA eingesetzt wird, um das Immunsystem gezielt gegen Krebszellen zu mobilisieren. Mögliche Anwendungsbereiche dieser Therapieform sind Bauchspeicheldrüsen-, Darm-, Haut- und Harnblasenkrebs. Beide Therapieansätze befinden sich aktuell in klinischen Studien. Weitere Ergebnisse werden in den kommenden Monaten erwartet.

Für 2025 rechnet Biontech mit Forschungs- und Entwicklungskosten zwischen 2,6 und 2,8 Milliarden Euro. Diese übersteigen die prognostizierten Umsätze von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro deutlich. Seit dem Rückgang der Corona-Impfstoffnachfrage ist der Umsatz erheblich gesunken. Dennoch verfügt das Unternehmen weiterhin über liquide Mittel in Höhe von 15,9 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 hatte Biontech einen Verlust von über 600 Millionen Euro verbucht, für das laufende Jahr zeichnet sich ein weiteres Defizit ab. Allein im ersten Quartal 2025 belief sich der Nettoverlust auf mehr als 400 Millionen Euro, bei einem Umsatz von rund 180 Millionen Euro.

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