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Billig-Airlines erobern die Langstrecke: Norse und Play wagen den Durchbruch

Die nordeuropäischen Fluggesellschaften bieten erschwingliche Tarife und suchen nach Wegen, um auf der Langstrecke zu punkten

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Billig-Airlines erobern die Langstrecke: Norse und Play wagen den Durchbruch

Der Traum von erschwinglichen Langstreckenflügen könnte Wirklichkeit werden, da zwei nordeuropäische Fluggesellschaften, Norse und Play, das Low-Cost-Modell für Langstreckenverbindungen einführen. Im Februar können Reisende beispielsweise einen Direktflug von Berlin nach New York und zurück für 380 Euro mit Norse buchen. Play bietet sogar Flüge von Berlin nach New York im November für nur 300 Euro an, einschließlich des Rückflugs.

Obwohl bei diesen Tarifen zusätzliche Kosten für Services wie Gepäck und WLAN anfallen, scheinen viele Passagiere dieses Angebot zu begrüßen. Beide Airlines berichten von einer starken Nachfrage. Dieses Comeback des Low-Cost-Modells auf der Langstrecke ist jedoch eine alte Idee, die bisher über den Atlantik hinweg nicht funktioniert hat, insbesondere nachdem Unternehmen wie Norwegian und Wow Air gescheitert sind.

Norse-Chef Björn Tore Larsen ist jedoch zuversichtlich und plant, Deutschland zu einem "Schlüsselmarkt" zu machen, indem er Ziele wie Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart ansteuert. Ein Schlüsselaspekt des Low-Cost-Ansatzes ist die Auswahl der Flughäfen mit geringem Wettbewerb, wie es Berlin bietet. Während die Lufthansa den Verkehr über ihre Drehkreuze Frankfurt und München lenkt, kann Norse ihre Dreamliner-Jets leichter in Berlin füllen.

Ein weiterer Faktor für den Erfolg ist die regelmäßige Anpassung des Flugplans. Während die Verbindung nach New York im Winter aufgrund der Nachfrage eingestellt wird, wird die Route nach Miami angeboten. Trotzdem bleiben die langfristigen Aussichten ungewiss, da es eine Herausforderung ist, einen Großraumjet auf dezentralen Strecken zu füllen.

Ein wichtiger Unterschied zwischen Norse und Play besteht darin, dass letztere einen Zubringerdienst anbieten. Sie bringen Passagiere aus über 30 europäischen Städten innerhalb von drei Stunden nach Reykjavik, von wo aus es in fünf Stunden über den Atlantik geht. Dieser Ansatz, bekannt als Low-Cost-Hub, ist jedoch komplex und hat seine eigenen Risiken.

Ein weiteres Hindernis für Low-Cost-Langstrecken sind die Kosten. Airlines benötigen mehrere Crews pro Flugzeug, da das fliegende Personal nach dem ersten Flug längere Pausen einhalten muss. Hinzu kommen unvorhergesehene Ausfälle, Trainingskosten und Wartungskosten, die den Betrieb teuer machen. Trotzdem sehen sich Norse und Play im Vorteil, da ihre Kostenstruktur niedriger ist als die von etablierten Fluggesellschaften. Beide Airlines finanzieren sich über den Kapitalmarkt und kaufen ihre Flugzeuge nicht, was ihnen wettbewerbsfähige Leasingraten ermöglicht.

Trotz der Herausforderungen sind diese Billigfluggesellschaften zuversichtlich, dass sie eine Nische auf dem Markt für Langstreckenflüge finden können. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob das Low-Cost-Modell auf der Langstrecke tatsächlich erfolgreich sein wird.

Luft- & RaumfahrtLuftverkehr

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