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Bill Ackman plant neuen Fonds gegen Markt-Sorglosigkeit

Hedgefonds-Legende Bill Ackman will mit asymmetrischen Wetten gegen das Marktnarrativ an seinen Pandemie-Erfolg anknüpfen.

Bill Ackman plant neuen Fonds gegen Markt-Sorglosigkeit

Bill Ackman, einer der bekanntesten Hedgefonds-Manager der Welt, führt laut einem Bericht der Financial Times Gespräche über die Auflegung eines neuen Fonds. Die Strategie soll auf eine zunehmende Sorglosigkeit an den Finanzmärkten setzen und damit an spektakuläre Trades aus der COVID-19-Pandemie anknüpfen.

Ackmans Investmentfirma Pershing Square würde den neuen Fonds nutzen, um sogenannte asymmetrische Trades abzuschließen. Diese Wetten sind darauf ausgelegt, durch Positionen gegen das vorherrschende Marktnarrativ überproportionale Gewinne zu erzielen – bei vergleichsweise begrenztem Kapitaleinsatz.

Pandemie-Trade als Blaupause

Das Vorbild für die neue Strategie ist ein legendärer Trade aus dem Jahr 2020: Damals zahlte Ackman lediglich 27 Millionen US-Dollar für Derivate auf den Markt für Unternehmensanleihen. Als die COVID-19-Pandemie die Wirtschaft erschütterte und die Kreditmärkte einbrachen, verwandelten sich diese Positionen in einen Gewinn von 2,6 Milliarden US-Dollar – ein Verhältnis von fast 1 zu 100. Dieser Trade gilt bis heute als eines der eindrucksvollsten Beispiele für asymmetrisches Risikomanagement in der Hedgefonds-Branche.

Die neue Strategie soll vollständig außerhalb des bestehenden Hauptfonds von Pershing Square entwickelt werden. Dieser ist als Gesellschaft an der Amsterdamer Börse notiert und damit für europäische Anleger zugänglich. Der neue Fonds hingegen soll als eigenständiges Vehikel aufgesetzt werden.

Verluste im Hauptfonds als Auslöser

Die Pläne für den neuen Fonds kommen nicht von ungefähr: Die erhebliche Marktvolatilität in diesem Jahr hat Pershing Square empfindlich getroffen. Laut Pflichtmitteilungen, auf die die Financial Times verweist, verlor der Flaggschiff-Fonds des Unternehmens bis Ende März mehr als 16 Prozent seines Wertes. Dieser Rückgang dürfte den Druck auf Ackman erhöht haben, alternative Ertragsquellen zu erschließen.

Strukturell soll der neue Fonds einen Großteil seines Vermögens in kurzfristigen US-Staatsanleihen parken. Dieses Kapital dient als Sicherheitspuffer, bevor es gezielt in großen Kredit- und Makrowetten eingesetzt wird – ähnlich jenen Positionen, die der Hauptfonds in der Vergangenheit eingegangen ist. Diese Struktur ermöglicht es, das Kapital der Anleger weitgehend zu schützen und gleichzeitig mit einem kleineren Teil auf extreme Marktbewegungen zu setzen.

Asymmetrische Strategien im Fokus

Asymmetrische Handelsstrategien, wie sie Ackman verfolgt, gewinnen in Zeiten erhöhter Unsicherheit an Attraktivität. Das Grundprinzip: Der maximale Verlust ist auf den Einsatz begrenzt, während der potenzielle Gewinn ein Vielfaches davon betragen kann. Typische Instrumente sind Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) oder Optionen auf Marktindizes.

Ob und wann der neue Fonds tatsächlich aufgelegt wird, ist laut dem FT-Bericht noch offen. Die Gespräche befinden sich offenbar noch in einem frühen Stadium. Für Anleger und Marktbeobachter ist das Signal jedoch klar: Ackman sieht in der aktuellen Marktstimmung Anzeichen von Selbstgefälligkeit – und will daraus Kapital schlagen.

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