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„Big Short"-Investor Eisman warnt vor Achillesferse im KI-Boom

Steve Eisman sieht eine gefährliche Abhängigkeit: Der KI-Boom hängt am Erfolg von nur zwei Startups.

13. August 2026 2 Min
„Big Short"-Investor Eisman warnt vor Achillesferse im KI-Boom

Steve Eisman, bekannt durch seine legendäre Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der globalen Finanzkrise, schlägt Alarm. Der Investor warnt, dass der aktuelle Boom der Künstlichen Intelligenz auf einem gefährlich schmalen Fundament steht – nämlich dem Erfolg von lediglich zwei Unternehmen: OpenAI und Anthropic.

Eisman erklärte am Dienstagabend in der CNBC-Sendung „Fast Money", dass die beiden KI-Startups rund 70 Prozent des KI-bezogenen Umsatzes bei Technologieriesen wie Microsoft, Amazon, Alphabet (Google) und Oracle ausmachen. Noch beunruhigender: Sie stehen für 25 bis 35 Prozent des gesamten Cloud-Umsatzes dieser Konzerne. „Die Zukunft dieser riesigen Unternehmen ist in gewissem Sinne eine Wette darauf, dass OpenAI und Anthropic erfolgreich sein werden", sagte Eisman.

Der ehemalige Senior Portfolio Manager bei Neuberger Berman und Host des Podcasts „The Real Eisman Playbook" sieht dabei eine konkrete Bedrohung am Horizont: chinesische Open-Source-KI-Modelle. Diese sogenannten Open-Weight-Modelle sind laut Eisman deutlich günstiger als westliche Alternativen und gewinnen offenbar zunehmend Marktanteile.

Die Gefahr eines globalen KI-Preiskriegs

Eisman formulierte seine Warnung in klaren Worten: „Die Achillesferse dieser ganzen Geschichte ist, wenn Anthropic und OpenAI etwas Schlimmes zustößt. Die chinesischen Open-Weight-Modelle sind viel billiger. Und wenn sie anfangen, wirklich massiv Marktanteile zu gewinnen – und nach dem, was ich höre, fangen sie damit an –, könnte es zu einem großen Preiskrieg kommen. Und dann haben wir ein Problem."

Das Szenario, das Eisman beschreibt, ist für Anleger in Tech-Aktien hochrelevant. Sollten günstigere chinesische KI-Alternativen den Markt fluten, könnten die Preise für KI-Dienste massiv unter Druck geraten. Dies würde direkt die Umsätze von Microsoft, Amazon, Alphabet und Oracle treffen – allesamt Schwergewichte in den Portfolios vieler Privatanleger weltweit.

Wachsende Skepsis unter prominenten Investoren

Eisman ist nicht die einzige prominente Stimme, die Zweifel am KI-Boom äußert. Michael Burry, ebenfalls durch „The Big Short" bekannt geworden, vertritt sogar eine noch pessimistischere Sichtweise. Burry stellt grundsätzlich infrage, ob ein Großteil der aktuellen und künftigen KI-Nachfrage tatsächlich von Endkunden stammt. Er argumentiert, dass ein erheblicher Teil durch das finanziert wird, was er als zirkuläre Vereinbarungen bezeichnet.

Burry lässt seinen Worten dabei Taten folgen: Er platziert bärische Wetten gegen einige der größten Profiteure des KI-Booms, darunter Nvidia, und offenbarte zudem Short-Positionen im breiteren Halbleitersektor. Damit wettet er aktiv auf fallende Kurse in einem Segment, das in den vergangenen Jahren zu den stärksten Gewinnern an den Börsen zählte.

Die Warnungen beider Investoren fügen sich in eine wachsende Debatte ein, die Analysten und Marktteilnehmer zunehmend beschäftigt: Können die außerordentlich hohen Ausgaben hinter dem KI-Boom ausreichende Renditen erwirtschaften? Für deutsche Privatanleger, die in ETFs oder Einzelaktien mit hohem Tech-Anteil investiert sind, ist diese Frage von unmittelbarer Bedeutung. Die Konzentration auf wenige Schlüsselunternehmen und die Abhängigkeit von zwei privaten Startups macht den gesamten Sektor anfälliger als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

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