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BHP legte Milliarden-Klimaprojekte stillschweigend auf Eis

Geleakte Dokumente zeigen: Der weltgrößte Bergbaukonzern stoppte Dekarbonisierungsprojekte – trotz interner Warnungen vor Reputationsschäden.

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BHP legte Milliarden-Klimaprojekte stillschweigend auf Eis

BHP (ASX: BHP), der weltgrößte Bergbaukonzern, hat Berichten zufolge Dekarbonisierungsprojekte in der australischen Pilbara-Region im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar verzögert. Dies geht aus hunderten internen Unternehmensunterlagen hervor, die der Australian Broadcasting Corporation (ABC) und The Guardian Australia vorliegen. Besonders brisant: Die Verzögerungen erfolgten trotz interner Warnungen, dass ein langsamer Fortschritt bei der Emissionsreduzierung den Ruf des Unternehmens beschädigen und die gesellschaftliche Akzeptanz – die sogenannte „Licence to Operate" – untergraben könnte.

Im Mittelpunkt der Leaks steht das Eisenerzgeschäft von BHP in der Pilbara-Region in Westaustralien. Dieses Segment erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Vorsteuergewinn von 14,4 Milliarden US-Dollar und ist für mehr als ein Drittel der australischen Gesamtemissionen des Konzerns verantwortlich. Damit ist die Region nicht nur wirtschaftlich, sondern auch klimapolitisch von zentraler Bedeutung für BHP.

Interne Warnungen ignoriert

Ein Dokument aus dem Jahr 2023, unterzeichnet von BHP-Australien-Präsidentin Geraldine Slattery, macht die Dringlichkeit deutlich: „Eine dringende Dekarbonisierung im Einklang mit den öffentlichen Zusagen von BHP bildet faktisch die Grundlage für die gesellschaftliche Akzeptanz, den Fortbestand und das Wachstum [des Unternehmens]." Dasselbe Memo warnte explizit davor, dass ein „langsamer Fortschritt bei der Emissionsreduzierung" in der Pilbara-Region „Auswirkungen auf den Ruf" haben werde. Trotz dieser klaren internen Einschätzung wurden die Projekte offenbar nicht vorangetrieben.

Die Dokumente enthüllen konkret: Ein vom Vorstand bereits genehmigtes Solar- und Batterieprojekt im Wert von 400 Millionen US-Dollar für die Eisenerzmine Jimblebar wurde kurz nach seiner Genehmigung im Jahr 2023 wieder gestoppt. Als Begründung nannte das Unternehmen intern „Notwendigkeiten der Liquiditätspriorisierung". Ein noch größeres Vorhaben – ein Projekt für erneuerbare Energien im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar, das Solar-, Wind- und Batterieinfrastruktur zur Unterstützung elektrischer Muldenkipper und Züge umfassen sollte – wurde in seiner bestehenden Form ebenfalls auf Eis gelegt. Finanzierungsunterlagen zeigen, dass vor 2031 keine größeren Ausgaben in diesem Bereich geplant sind.

Neue Diesel-Lkw statt Elektrifizierung

Parallel zu diesen Verzögerungen erwarb BHP nach einem starken Preisverfall 62 neue Diesel-Lkw für die Mine Jimblebar. Dieser Schritt schreibt die Nutzung fossiler Brennstoffe im Betrieb bis mindestens Ende der 2030er Jahre und potenziell sogar bis 2041 fest – ein klarer Widerspruch zu den öffentlich kommunizierten Klimazielen des Konzerns.

BHP erklärte unterdessen, es halte weiterhin am Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050 fest. Kritiker entgegnen jedoch, dass die Verzögerung der Elektrifizierung in der Pilbara-Region die Glaubwürdigkeit dieses Ziels erheblich schwäche und die allgemeinen Emissionsziele Australiens erschwere. MINING.COM hatte BHP um eine Stellungnahme gebeten, erhielt jedoch bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Antwort.

Konkurrent Fortescue prescht vor

Der australische Konkurrent Fortescue (ASX: FMG) verfolgt in der Pilbara-Region derweil weiterhin aggressive Pläne zur Elektrifizierung und für erneuerbare Energien – trotz der Skepsis der Branche hinsichtlich der Zeitpläne und der technologischen Reife. Für deutsche Anleger, die in Rohstoff- und Bergbauaktien investiert sind, verdeutlicht der Fall BHP ein wachsendes Risiko: Die Diskrepanz zwischen öffentlichen Klimaversprechen und tatsächlichem unternehmerischen Handeln rückt zunehmend in den Fokus von Regulatoren, Investoren und der Öffentlichkeit – und kann erhebliche Reputations- und Finanzrisiken nach sich ziehen.

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