BHP erwägt Trennung von Eisenerz und Kohle
Strategiewechsel soll Fokus auf Kupfer und Kalium sowie grünere Ausrichtung stärken

Der weltgrößte börsennotierte Bergbaukonzern BHP Group hat in den vergangenen Jahren ernsthaft erwogen, seine australischen Eisenerz- und Kohlesparten auszugliedern. Drei mit dem Vorgang vertraute Personen berichteten, dass dies Teil einer mittel- bis langfristigen Wachstumsstrategie gewesen sei. BHP plante, sich künftig stärker auf sogenannte zukunftsweisende Rohstoffe wie Kupfer und Kaliumcarbonat (Potash) zu konzentrieren. Eine Abspaltung der beiden Geschäftsbereiche hätte ähnlich wie die Gründung von South32 im Jahr 2015 über eine Börsennotierung in Australien erfolgen können, bevor das Vorhaben letztlich verworfen wurde.
Die Überlegungen fanden statt, während BHP sich verstärkt bemühte, das Unternehmen nachhaltiger aufzustellen und sich gleichzeitig auf eine mögliche Übernahme des Konkurrenten Anglo American in den Jahren 2023 und 2024 vorbereitete. Beide Projekte wurden jedoch eingestellt. Nach Angaben der Insider hätte eine solche Abspaltung BHP grundlegend verändert, da sie das Unternehmen von über einem halben Jahrhundert Eisenerzförderung in Australien, wo BHP bereits 1885 gegründet wurde, getrennt hätte. Eisenerz macht derzeit rund 60 Prozent des Konzerngewinns aus. Zusammen mit dem Kohlegeschäft hätte eine Abspaltung zudem den Großteil der CO2-Belastung aus der Bilanz entfernt.
BHP hätte dennoch seine Kupferaktivitäten in Südaustralien behalten, um sich als führender Anbieter dieses für die Energiewende wichtigen Metalls zu positionieren. Auch wenn der Konzern die Pläne derzeit nicht weiterverfolgt, zeigen die internen Diskussionen, wie weitreichend die strategischen Überlegungen unter der neuen Konzernführung sind. Ross McEwan, ehemaliger Chef der National Australia Bank, trat in dieser Woche die Nachfolge von Ken MacKenzie als BHP-Vorsitzender an. Zudem steht die Suche nach einem Nachfolger für CEO Mike Henry an, der sich im fünften Jahr seiner Amtszeit befindet.
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Zur AktienanalyseMike Henry und der frühere Finanzchef David Lamont, der im Februar 2024 zurücktrat, hatten Investoren bereits erläutert, dass BHPs zukünftiges Wachstum von den auslaufenden Geschäftsbereichen getrennt werden solle. Dennoch kam der Vorstand zu dem Schluss, dass der Zeitpunkt ungünstig sei, da die beiden australischen Sparten weiterhin hohe Mittel generieren, die für Investitionen in das Kupferprojekt Escondida in Chile sowie das Kalientwicklungsprojekt Jansen in Kanada benötigt werden. Die Einschätzung lautete, dass eine Abspaltung zwar Mittel und Steuervergünstigungen für australische Investoren generieren könnte, langfristig jedoch nur sinnvoll wäre, wenn Kupfer- und Kali-Sparte eigenständig tragfähig seien. Da dies frühestens in den kommenden fünf Jahren der Fall sein dürfte, scheint eine Umsetzung vorerst nicht bevorzustehen.

