BHP droht Streik in Port Hedland trotz Verhandlungsfortschritten
Ein zweitägiger Arbeitskampf am weltgrößten Eisenerzhafen soll 16 Lieferungen verzögern – trotz produktiver Gespräche.

Der Bergbaukonzern BHP steht an diesem Wochenende vor einem zweitägigen Streik in seinem Betrieb am australischen Hafen Port Hedland. Trotz Fortschritten bei den Tarifverhandlungen am Dienstag bestätigte ein Gewerkschaftssprecher, dass die geplanten Arbeitskampfmaßnahmen wie angekündigt stattfinden werden. BHP verschifft täglich Eisenerz im Wert von rund 80 Millionen US-Dollar über Port Hedland – den weltweit größten Exporthafen für Eisenerz.
Konkret planen die Arbeiter für Samstag, den 8. August, ein 24-stündiges Verbot der Schiffsbeladung. Am darauffolgenden Tag, dem 9. August, beginnt um 05:30 Uhr Ortszeit (21:30 Uhr GMT am 8. August) eine weitere 24-stündige Arbeitsniederlegung am Port Hedland Bulk Export Terminal. Insgesamt werden voraussichtlich 16 Eisenerzlieferungen über die zwei Streiktage verzögert.
Hintergrund: Sieben Monate ohne Einigung
BHP verhandelt seit mehr als sieben Monaten mit Gewerkschaften über einen neuen vierjährigen Rahmentarifvertrag. Die Gewerkschaften vertreten rund 450 Mitarbeiter aus den Bereichen Betrieb und Instandhaltung. Etwa 150 Arbeiter werden voraussichtlich an den Streikmaßnahmen teilnehmen.
Die Beschäftigten fordern durchsetzbare Lohn- und Arbeitsbedingungsschutzmaßnahmen. Ihr Argument: Extreme Hitze, lange Arbeitszeiten und die Trennung von der Familie rechtfertigten Löhne, die nicht unter dem Niveau von Stadtarbeitern liegen dürften. Der Konflikt fällt in eine Zeit steigender Lebenshaltungskosten in Australien – und eines Rekordaktienkurses von BHP, dem weltweit größten börsennotierten Bergbaukonzern und Australiens größtem börsennotierten Unternehmen.
Die Gewerkschaft zeigte sich nach dem jüngsten Treffen vorsichtig optimistisch: „Das Treffen war produktiv, und obwohl wesentliche Fragen noch zu klären sind, haben die Parteien einen Weg nach vorne identifiziert, den wir in den kommenden Wochen verfolgen werden", erklärte ein Sprecher der Combined Ports Unions. Dennoch betonte die Gewerkschaft, dass die Arbeitskampfmaßnahmen wie geplant fortgesetzt werden.
BHP plant Fortbetrieb – nächstes Treffen am 18. August
BHP erklärte, Pläne zur Sicherstellung des Fortbetriebs zu haben, und zeigte sich unzufrieden mit der Entscheidung der Gewerkschaften. Das Unternehmen argumentierte: „Da ein weiteres Treffen anberaumt ist und ein aktualisierter Vorschlag folgen wird, haben wir mit Unterstützung der Kommission erhebliche Fortschritte erzielt, sodass es für die Gewerkschaften keine Notwendigkeit gibt, ihre geplanten Arbeitskampfmaßnahmen fortzusetzen." Beim nächsten Treffen am 18. August will BHP einen aktualisierten Vorschlag vorlegen – am selben Tag, an dem das Unternehmen seine Jahresergebnisse veröffentlichen wird.
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Zur AktienanalyseDie australische Arbeitsaufsichtsbehörde Fair Work Commission ist ebenfalls in die Verhandlungen eingebunden und arbeitet gemeinsam mit BHP und den Gewerkschaften an einer Einigung. Der Streit betrifft ausschließlich BHP-Betriebe; die konkurrierenden Bergbauunternehmen Fortescue und Hancock Prospecting, die Port Hedland ebenfalls nutzen, sind von den Maßnahmen nicht betroffen.
Die strategische Bedeutung des Hafens für den globalen Rohstoffmarkt ist enorm: Auf Port Hedland entfielen im Geschäftsjahr bis Juni 75 Prozent der gesamten Eisenerzexporte aus der australischen Pilbara-Region. BHP ist der weltweit drittgrößte Eisenerzproduzent. Verzögerungen bei den Lieferungen könnten sich auf die globalen Stahlproduktionskosten auswirken, da Eisenerz der wichtigste Rohstoff für die Stahlherstellung ist.


