BGR prüft Molo-Graphitmine als Lieferant für Deutschland
Die deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften besuchte die Molo-Mine in Madagaskar – als potenziellen Naturgraphit-Lieferanten für die Energiewende.

Die deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat diese Woche die Molo-Graphitmine des kanadischen Unternehmens NextSource Materials in Madagaskar besucht. Ein Expertenteam der BGR prüfte die Mine im Rahmen einer unabhängigen Studie über die Graphitproduktion des Landes. Ziel ist es, Molo als Referenzobjekt und potenziellen Lieferanten von Naturgraphit sowie Anodenmaterial für Deutschland zu bewerten.
Der Besuch unterstreicht die wachsende strategische Bedeutung, die die Bundesregierung dem Rohstoff Graphit beimisst. Naturgraphit steht auf der Liste der kritischen Rohstoffe der Europäischen Union und gilt als unverzichtbarer Bestandteil der europäischen Batterielieferkette. Deutschland hat Graphit damit in das Zentrum seiner Industrie- und Energiesicherheitspolitik gerückt – ähnlich wie die USA und Kanada.
Die BGR-Studie wird mit ausdrücklicher Genehmigung und Unterstützung des madagassischen Bergbauministeriums durchgeführt. Die Ergebnisse sollen dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vorgelegt werden. Neben der Molo-Mine werden auch traditionelle Graphitbetriebe an anderen Standorten in Madagaskar in die Untersuchung einbezogen.
Milliardenschwere Förderprogramme für kritische Rohstoffe
Deutschland hat erhebliche finanzielle Mittel für seine Diversifizierungsagenda bei kritischen Rohstoffen bereitgestellt. Dazu zählen zwei zentrale Instrumente:
- Ein Rohstofffonds in Höhe von
1 Milliarde Euro
, der von der staatlichen Förderbank KfW verwaltet wird und Minderheitsbeteiligungen von bis zu 150 Millionen Euro an qualifizierten Upstream-Bergbau- und Verarbeitungsprojekten vorsieht
- Ein mit Frankreich und Italien abgestimmter Investitionsrahmen für kritische Mineralien im Umfang von
2,5 Milliarden Euro
Diese Programme zeigen, wie ernst die Bundesregierung die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern – allen voran China – nimmt und gegensteuern will.
NextSource Materials betont die strategische Positionierung seiner Mine: „Als eine der wenigen Quellen für hochwertigen natürlichen Flockengraphit, die außerhalb Chinas in Produktion sind, ist Molo bestens geeignet und auf die strategischen Versorgungsziele ausgerichtet, auf die sich Deutschland aktiv konzentriert", erklärte das Unternehmen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseMolo als seltene Alternative zu chinesischem Graphit
Der globale Graphitmarkt wird derzeit von China dominiert, das den Großteil der weltweiten Produktion und Verarbeitung kontrolliert. Für die europäische Batterielieferkette – insbesondere für die Elektromobilität – ist eine Diversifizierung der Bezugsquellen daher von hoher Priorität. Die Molo-Mine in Madagaskar gilt als eines der wenigen fortgeschrittenen Projekte außerhalb Chinas, das bereits in Produktion ist.
Das an der Toronto Stock Exchange (TSX) notierte Unternehmen NextSource Materials könnte durch den BGR-Besuch und die anschließende Studie in den Fokus europäischer Investoren und Industriepartner rücken. Für deutsche Privatanleger, die den Sektor kritischer Rohstoffe beobachten, ist die Entwicklung ein weiteres Signal für den wachsenden politischen und wirtschaftlichen Druck, Lieferketten für Schlüsselmaterialien der Energiewende zu sichern.


