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Best Buy ernennt Jason Bonfig zum neuen CEO ab Oktober

Der langjährige Best-Buy-Mitarbeiter übernimmt am 31. Oktober das Steuer – mitten in einer Phase stagnierender Umsätze und wachsender KI-Chancen.

Best Buy ernennt Jason Bonfig zum neuen CEO ab Oktober

Best Buy hat am Mittwoch einen bedeutenden Führungswechsel angekündigt: Jason Bonfig wird am 31. Oktober die Nachfolge von Corie Barry als Chief Executive Officer des US-Elektronikhändlers antreten. Der 49-jährige Bonfig ist seit 1999 im Unternehmen tätig – er begann damals als Bestandsanalyst und arbeitete sich seitdem bis in die Führungsebene vor. Mit seinem Amtsantritt wird er der sechste CEO in der Geschichte von Best Buy und zugleich in das Board of Directors des Unternehmens aufgenommen.

Bonfig bekleidet derzeit die Position des Chief Customer, Product and Fulfillment Officer. In dieser Funktion verantwortet er zentrale Bereiche wie Merchandising, Marketing, Lieferkette und E-Commerce. Zudem hat er den im August in den USA gestarteten digitalen Drittanbieter-Marktplatz sowie das Werbegeschäft Best Buy Ads mitverantwortet – zwei strategische Initiativen, die das Unternehmen als Wachstumstreiber betrachtet.

Die scheidende CEO Corie Barry lobte ihren Nachfolger ausdrücklich. Barry betonte, Bonfig sei bestens geeignet, das Ruder zu übernehmen, da er entscheidende Teile der Strategie von Best Buy zur Steigerung von Umsatz und Gewinn verantwortet habe. Barry selbst wird nach ihrem Rücktritt noch sechs Monate als strategische Beraterin für das Unternehmen tätig bleiben.

Corie Barrys Erbe: Turbulente Jahre an der Spitze

Die 51-jährige Barry tritt nach fast sieben Jahren als CEO zurück. Sie übernahm das Amt im Juni 2019 und war damit die erste Frau an der Spitze von Best Buy. Nach dem Gründer Dick Schulze ist sie die CEO mit der zweitlängsten Amtszeit in der Unternehmensgeschichte. Ihre Amtszeit war geprägt von außergewöhnlichen Herausforderungen: der Covid-Pandemie mit einem Ansturm auf Computermonitore und Küchengeräte, Problemen in der globalen Lieferkette, hoher Inflation sowie den deutlich erhöhten weltweiten Zöllen unter Präsident Donald Trump.

David Kenny, Vorsitzender des Board of Directors, würdigte Barrys Leistung: Sie habe „Best Buy mit einer sicheren und ruhigen Hand und einem unermüdlichen Engagement geführt, um in einigen der turbulentesten und unsichersten Zeiten, die wir je erlebt haben, Mehrwert für unsere Mitarbeiter, Kunden, Partner und Aktionäre zu schaffen."

Die Aktienkursentwicklung spiegelt die schwierige Phase wider. Am Tag von Barrys Amtsantritt notierte die Aktie bei 65,52 US-Dollar, erreichte am 22. November 2021 ein Allzeithoch von 138 US-Dollar und schloss zuletzt am Dienstag bei 66,59 US-Dollar – was einer Marktkapitalisierung von rund 13,93 Milliarden US-Dollar entspricht. Im vorbörslichen Handel am Mittwoch gab die Aktie um etwa 3 Prozent nach.

Stagnation und KI als Hoffnungsträger

Der Führungswechsel fällt in eine wirtschaftlich herausfordernde Phase für Best Buy. Die Umsätze stagnieren seit rund vier Jahren. Als Gründe nennt das Unternehmen einen schwächeren Immobilienmarkt, preisbewusste US-Verbraucher und mangelnde technologische Innovationen. Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert Best Buy einen Umsatz zwischen 41,2 und 42,1 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 41,69 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 6,30 und 6,60 US-Dollar liegen, nach 6,43 US-Dollar im Vorjahr. Die vergleichbaren Umsätze werden sich laut Unternehmen in einer Spanne zwischen minus 1 und plus 1 Prozent bewegen.

Barry zeigte sich im CNBC-Interview dennoch optimistisch und sprach von einem „Aufwärtstrend" bei Kunden- und Mitarbeiterkennzahlen. Bonfig sieht in der Künstlichen Intelligenz einen zentralen Wachstumstreiber: KI werde nicht nur bestehende Produkte aktualisieren, sondern auch völlig neue Kategorien und Funktionen für Kunden eröffnen – als Beispiel nannte er die Ray-Ban Meta-Brillen, die es zuvor in dieser Form nicht gegeben habe.

Skepsis unter Investoren

Nicht alle Marktteilnehmer teilen diesen Optimismus. Goldman Sachs stufte die Best-Buy-Aktie Anfang April von „Buy" auf „Sell" herab. Analystin Kate McShane erwartet zwar, dass das Unternehmen im ersten Quartal von höheren Steuerrückerstattungen profitieren könnte, wenn Kunden neue Geräte kaufen. Dennoch rechnet sie mit Druck auf Umsatz und Margen im weiteren Jahresverlauf – unter anderem weil höhere Speicherkosten die Preise für Computer und Laptops treiben und Verbraucher auf günstigere Alternativen ausweichen könnten. Zudem seien die Verkäufe von Haushaltsgeräten und anderer Unterhaltungselektronik bei Best Buy hinter denen von Wettbewerbern wie Home Depot und Lowe's zurückgeblieben.

Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Best-Buy-Aktie zwar rund 7 Prozent im Plus, im laufenden Jahr jedoch etwa 0,5 Prozent im Minus. Der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum rund 37 Prozent beziehungsweise 3 Prozent zu – ein deutlicher Hinweis auf die Underperformance des Einzelhändlers gegenüber dem Gesamtmarkt.

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