Bessents FIMA-Vorstoß: Mehr Schlagkraft für Yen-Interventionen, aber mit Risiken
US-Finanzminister Bessent fordert eine Ausweitung der Fed-Liquiditätsfazilität – doch Analysten warnen vor unerwünschten Marktreaktionen.

US-Finanzminister Scott Bessent hat die Federal Reserve aufgefordert, die Obergrenze ihrer Repo-Fazilität für ausländische und internationale Währungsbehörden (FIMA) anzuheben. Der Vorstoß erfolgte im Zusammenhang mit einer gemeinsamen Yen-Intervention der USA und Japans, die Bessent am Sonntag in einem Beitrag auf X bestätigte. Hintergrund ist der dramatische Kursverfall des Yen, der in den vergangenen Wochen gegenüber dem US-Dollar auf ein 40-Jahres-Tief gefallen war.
Die FIMA-Fazilität ermöglicht es ausländischen Behörden, gegen Hinterlegung von US-Staatsanleihen als Sicherheiten auf kurzfristige Mittel von bis zu 60 Milliarden US-Dollar zuzugreifen. Bessent bezeichnete sie in einem CNBC-Interview als „absolut sichere Kreditfazilität" und verwies darauf, dass der Anleihenmarkt seit der Einführung der Fazilität vor sechs Jahren deutlich gewachsen sei. „Ich halte dies für ein sehr robustes Instrument, das genau für solche Gelegenheiten geschaffen wurde", so Bessent.
Eine Anhebung der Obergrenze würde Japan ermöglichen, Yen-Käufe zu finanzieren, ohne Teile seiner US-Staatsanleihenbestände verkaufen zu müssen. Japan hält mit rund 1,14 Billionen US-Dollar die größten Bestände einer ausländischen Macht an US-Treasuries. Verkäufe dieser Bestände würden die ohnehin angespannte Lage am US-Anleihemarkt weiter verschärfen – die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen ist bereits auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen.
Breite Unterstützung, aber auch Skepsis
Daleep Singh, Chefökonom für globale Märkte bei PGIM und ehemaliger Mitarbeiter der New York Fed sowie des US-Finanzministeriums, bezeichnete eine solche Ausweitung als „positives Signal" für den Treasury-Markt. Gleichzeitig mahnte er zur Nüchternheit: Jegliche Anpassungen seien „ein Stoßdämpfer, kein Heilmittel für Währungstrends, die von Fundamentaldaten getrieben werden".
Derek Tang, Ökonom und Mitbegründer von Monetary Policy Analytics, sieht in Bessents Vorstoß vor allem eine Signalwirkung. Es gehe „eher um die Positionierung, dass dies das fehlende Puzzleteil ist". Indem Bessent diese Karte spiele, sende er die Botschaft: „Die USA haben unendliche Schlagkraft, um diesen Trade abzusichern. Testet uns nicht."
Analysten von Evercore ISI hingegen warnen vor möglichen Rückschlägen. Der Fokus auf eine gedeckelte Fed-Repo-Fazilität könnte „die Märkte dazu einladen, die Entschlossenheit der USA und Japans zur Stärkung des Yen zu testen, falls dafür umfangreiche Verkäufe von US-Staatsanleihen erforderlich wären", schrieb das Unternehmen in einer Mitteilung an Kunden.
FIMA seit Einführung kaum genutzt
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Zur AktienanalyseDie FIMA-Fazilität wurde ursprünglich zu Beginn der COVID-19-Pandemie eingerichtet und 2021 dauerhaft etabliert. Ihr erklärtes Ziel ist es, globale Dollar-Finanzierungsprobleme in Zeiten von Marktstress zu adressieren, die auf die US-Wirtschaft überzugreifen drohen. Seit ihrer Einführung wurde sie jedoch nur sehr begrenzt genutzt – mit Ausnahme eines kurzzeitigen Anstiegs der Kreditaufnahme im März und April 2023 während der Turbulenzen rund um den Zusammenbruch der Silicon Valley Bank.
Ob die Fed die Obergrenze tatsächlich anhebt, ist noch offen. Eine solche Entscheidung würde die Zustimmung einer Mehrheit der zwölf Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) erfordern. Die Fed selbst lehnte eine Stellungnahme zu Bessents Forderung ab.
Zudem könnte eine umfangreiche Nutzung der FIMA ein weiteres Ziel Bessents konterkarieren: eine schlankere Fed-Bilanz. Denn eine verstärkte Inanspruchnahme der Fazilität würde die Bestände der Fed – zumindest vorübergehend – erhöhen. Dies geschähe zu einem Zeitpunkt, an dem die Notenbank unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh Wege prüft, ihre Präsenz an den Märkten zu verringern.


