Bessent vertraut BoJ-Chef Ueda bei Japan-Zinsentscheidung
US-Finanzminister Scott Bessent zeigt sich zuversichtlich, dass BoJ-Gouverneur Ueda das Richtige für Japans Wirtschaft tun wird.

US-Finanzminister Scott Bessent hat in einem Interview mit dem japanischen Sender NHK großes Vertrauen in den Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, bekundet. Bessent erklärte, er sei überzeugt, dass Ueda „das Beste" für die japanische Wirtschaft tun werde. Die Äußerungen erhöhen die Markterwartungen hinsichtlich einer baldigen Zinserhöhung durch die BoJ.
Bessent äußerte sich auch zur Ursache der japanischen Inflation: „Ich glaube tatsächlich, dass der Inflationsanstieg in Japan zum Teil auf den schwachen Yen und auch auf die Energiepreise zurückzuführen war." Sollten die Energiepreise sinken und die übermäßige Yen-Schwäche behoben werden, werde sich die Inflation in Japan verlangsamen. Dies würde es dem Land und der Währung ermöglichen, in einen „positiven Kreislauf" einzutreten, so der US-Finanzminister.
Die Kommentare folgen auf frühere Aussagen Bessents, in denen er bereits höhere japanische Zinsen gefordert hatte. Marktbeobachter sehen in den jüngsten Äußerungen ein weiteres Signal, das die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die BoJ bei ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am 17. und 18. September erhöht. Bessent hatte zudem angekündigt, BoJ-Gouverneur Ueda Ende August bei einem G20-Treffen der Finanzminister zu treffen, das von den USA ausgerichtet wird und der September-Sitzung der BoJ vorausgeht.
Gemeinsame Yen-Intervention gegen Währungsabsturz
In einem separaten Interview mit der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei erläuterte Bessent die Hintergründe der jüngsten gemeinsamen Währungsintervention. Japan und die Vereinigten Staaten hatten in der vergangenen Woche eine seltene gemeinsame Intervention zum Kauf von Yen gestartet und versprochen, bei Bedarf weitere Maßnahmen zur Stützung der Währung zu ergreifen. Ziel war es, den Absturz des Yen auf ein 40-Jahres-Tief zu stoppen.
Bessent betonte gegenüber Nikkei, dass die Intervention auch darauf abziele, eine Destabilisierung anderer asiatischer Währungen zu verhindern. „Viele asiatische Währungen folgen derzeit dem japanischen Yen. Der koreanische Won ist schwach, weil der Yen schwach ist", zitierte Nikkei den US-Finanzminister. Darüber hinaus verwies er darauf, dass viele Marktteilnehmer den chinesischen Yuan als stark unterbewertet betrachteten, China jedoch zögere, die Währung allein wegen der Yen-Schwäche zu sehr aufzuwerten.
Bessents persönliche Verbindung zu BoJ-Chef Ueda
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Zur AktienanalyseAuf die Frage nach den Markterwartungen bezüglich einer baldigen BoJ-Zinserhöhung unterstrich Bessent seine persönliche Beziehung zum japanischen Notenbankchef: „Ich kenne Gouverneur Kazuo Ueda seit 15 Jahren. Ich habe großes Vertrauen in ihn. Er ist sehr markterfahren." Diese Aussage signalisiert eine enge Abstimmung zwischen den USA und Japan in währungspolitischen Fragen.
Für deutsche Anleger und Beobachter der internationalen Finanzmärkte sind diese Entwicklungen von Bedeutung: Eine Zinserhöhung der BoJ würde den sogenannten Yen-Carry-Trade weiter unter Druck setzen, bei dem Investoren günstige Yen-Kredite aufnehmen, um in höher verzinste Anlagen zu investieren. Eine Auflösung solcher Positionen kann globale Marktturbulenzen auslösen und auch europäische Märkte beeinflussen. Die nächste BoJ-Sitzung am 17. und 18. September dürfte daher weltweit mit Spannung verfolgt werden.


