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Bessent unterstützt Warsh bei Abschaffung des Fed-Dot-Plot

US-Finanzminister Scott Bessent begrüßt die geplante Abkehr der Federal Reserve von ihrer Forward Guidance und dem Dot Plot.

Bessent unterstützt Warsh bei Abschaffung des Fed-Dot-Plot

US-Finanzminister Scott Bessent hat am Mittwoch den Plan von Federal-Reserve-Vorsitzendem Kevin Warsh begrüßt, die Forward Guidance der Notenbank zur künftigen Zinsentwicklung zu reduzieren. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC sprach sich Bessent ausdrücklich für die Abschaffung des sogenannten „Dot Plot" aus – jener vierteljährlichen Zinspfad-Projektion, die die Fed seit 2012 viermal jährlich veröffentlicht.

„Ich glaube nicht, dass irgendjemand Dot-Projektionen erstellen sollte. Der einzige Grund, warum ich die Dots jemals mochte, war zu der Zeit, als ich mein Investmentgeschäft führte; wir hatten ein Handelsmodell, das tatsächlich gegen die Dots wettete, weil die Dots immer falsch liegen", sagte Bessent. Mit dieser Aussage untermauerte er seine grundsätzliche Skepsis gegenüber dem Instrument, das Marktteilnehmern seit Jahren als Orientierungshilfe für den künftigen Zinskurs der US-Notenbank dient.

Warsh leitet Überprüfung der Fed-Kommunikation ein

Fed-Chef Warsh hatte nach seiner ersten Zinssitzung in der vergangenen Woche angekündigt, eine Task Force aus Fed-Mitarbeitern und externen Experten einzuberufen, um die Kommunikationspraktiken der Notenbank zu überprüfen. Dabei steht auch der Dot Plot auf dem Prüfstand. Warsh kritisiert die Forward Guidance seit Langem mit dem Argument, sie lege die Währungshüter auf einen bestimmten Zinspfad fest, ohne die sich ändernden Wirtschaftsdaten ausreichend zu berücksichtigen.

Bessent schloss sich dieser Kritik an: „Ich begrüße es sehr, dass der Vorsitzende Warsh die Forward Guidance abschafft. Ich halte sie für eine Art Krücke, auf die sich die Marktteilnehmer verlassen haben." Er ergänzte, dass er seine Tradition eines wöchentlichen Frühstücks mit dem Notenbankchef fortsetze – ein Signal für die enge Abstimmung zwischen Finanzministerium und Zentralbank.

Der aktuelle Dot Plot aus der vergangenen Woche zeigt, dass die Hälfte der Entscheidungsträger, die Prognosen einreichten, davon ausgeht, den Leitzins der Fed in diesem Jahr anheben zu müssen. Dieses Bild verdeutlicht, wie uneinig die Fed-Mitglieder derzeit über den künftigen Zinspfad sind – und liefert damit ein weiteres Argument für Kritiker des Instruments.

Iran-Konflikt und KI als wirtschaftliche Schlüsselfaktoren

Bessent betonte zugleich, dass die Fed-Entscheidungsträger offen für die inflationären Auswirkungen des Iran-Konflikts bleiben müssten. Die hohen Energiepreise infolge des Konflikts ließen nun im Zuge von Verhandlungen nach, während Tanker die Straße von Hormus reibungsloser passierten. Eine flexible Geldpolitik, die auf aktuelle Daten reagiert statt an Prognosen festzuhalten, sei daher umso wichtiger.

Gleichzeitig verwies der Finanzminister auf das Potenzial der künstlichen Intelligenz: KI-gestützte Produktivitätsgewinne könnten ein höheres Wachstum und eine Disinflation zurück zum 2-Prozent-Ziel der Fed ermöglichen. „Ich denke, wir können eine Wirtschaft mit hohem BIP haben, ohne dass die traditionelle Inflation einsickert", so Bessent. Diese Einschätzung steht im Einklang mit der Hoffnung vieler Ökonomen, dass technologischer Fortschritt das Wachstums-Inflations-Dilemma entschärfen könnte.

Bessent setzt auf starken Dollar ohne höhere Zinsen

Mit Blick auf den US-Dollar stellte Bessent klar, dass ein starker Greenback nicht zwangsläufig von höheren Zinsen abhänge. „Man kann einen starken Dollar haben, wenn die Zinsen gesenkt werden, weil die US-Wirtschaft an Fahrt gewinnt", sagte er. Ein wachsender Zinsunterschied zu schwächeren Volkswirtschaften könnte den Dollar zusätzlich stützen.

Besonders deutlich wurde Bessent beim Vergleich der wirtschaftlichen Entwicklung: „Vor allem aber glaube ich, dass wir einen starken Dollar haben werden, weil sich unsere Wirtschaft vom Rest der Welt absetzt. Sehen Sie sich an, wie sich unsere Wirtschaft während des Iran-Konflikts entwickelt hat. Der Rest der Welt ist ins Negative bis zum Nullpunkt abgerutscht." Damit zeichnete er ein klares Bild der US-amerikanischen Wirtschaft als globalen Stabilitätsanker.

Abschließend bekräftigte Bessent sein Vertrauen in Warsh, den besten Weg zwischen den beiden Mandaten der Fed – Preisstabilität und Vollbeschäftigung – zu finden. Er betonte zudem, dass Präsident Donald Trump seinen Fed-Chef weiterhin sowohl öffentlich als auch privat unterstütze.

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