Bessent fordert Tankstellen zu Preissenkungen zum US-Jubiläum auf
US-Finanzminister Scott Bessent warnt Tankstellenbetreiber vor dem 4. Juli: Die Regierung beobachte die Benzinpreise genau.
US-Finanzminister Scott Bessent hat Tankstellenbetreiber am Dienstag öffentlich aufgefordert, die Benzinpreise zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit zu senken. In einem Interview mit Fox News betonte er: „Ich möchte sie dazu ermutigen, sich verantwortungsvoll zu verhalten, besonders zum 250. Jahrestag, denn wir beobachten sie." Damit unterstrich er die Drohung von Präsident Donald Trump vom Vortag.
Trump hatte am Montag in einem Social-Media-Beitrag unmissverständlich Klartext gesprochen: „Wenn die Einzelhändler dies nicht tun, stehen ihnen große Probleme bevor! Orientieren Sie sich an der Marke von $2.50 pro Gallone." Bessent griff diese Botschaft auf und richtete sie explizit an alle Arten von Tankstellenbetreibern – von großen Ölkonzernen über unabhängige Stationen bis hin zu internationalen Convenience-Shop-Ketten.
Am kommenden Samstag feiern die Vereinigten Staaten mit dem Feiertag am 4. Juli ihre Gründung vor 250 Jahren. Der politische Druck auf die Branche kommt also zu einem symbolisch aufgeladenen Zeitpunkt, kurz vor einem der wichtigsten nationalen Feiertage des Landes.
Hintergrund: Ölpreisanstieg nach Nahost-Eskalation
Die Benzinpreise in den USA waren in diesem Jahr deutlich gestiegen, nachdem die USA und Israel Ende Februar Angriffe auf den Iran gestartet hatten. Der Iran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Israel und Golfstaaten, auf denen sich US-Militärstützpunkte befinden. Diese geopolitische Eskalation trieb die Weltmarktpreise für Rohöl in die Höhe.
Mit der Unterzeichnung eines ersten Abkommens in diesem Monat sind die Weltmarktpreise jedoch wieder gesunken. Bessent erklärte, die Trump-Regierung erwarte nun, dass die Benzinpreise an den Zapfsäulen diesem Rückgang folgen. „Wir werden sie auf der anderen Seite zur Rechenschaft ziehen", sagte Bessent in einem weiteren Interview mit „Fox and Friends" und machte damit deutlich, dass die Regierung die Preisentwicklung aktiv verfolgt.
Politischer Druck vor den Kongresswahlen
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Zur AktienanalyseDer Vorstoß von Bessent und Trump kommt nicht ohne politischen Hintergrund. Amerikanische Verbraucher haben ihre Besorgnis über die hohen Benzinpreise deutlich geäußert. Gleichzeitig kämpfen Präsident Trump und seine republikanischen Parteikollegen darum, ihre knappen Mehrheiten im Kongress bei den Wahlen im November zu verteidigen.
Hohe Energiepreise gelten in den USA traditionell als empfindliches politisches Thema, das Wählerinnen und Wähler direkt im Alltag spüren. Für deutsche Anleger und Beobachter ist der Vorgang bemerkenswert: Die direkte öffentliche Drohung einer Regierung gegenüber privaten Unternehmen in einer Preisfrage ist in dieser Form in Europa kaum üblich und zeigt den ungewöhnlichen Regierungsstil der Trump-Administration.


