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Berufsunfähigkeit: Die besten Versicherungen im großen Vergleich

Jeder Vierte wird im Arbeitsleben berufsunfähig – doch viele unterschätzen das Risiko. Welche Policen jetzt überzeugen.

Berufsunfähigkeit: Die besten Versicherungen im großen Vergleich

Finanzielle Unabhängigkeit ist für Deutsche wichtiger denn je: Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung zählen sie zu den bedeutendsten Dimensionen persönlicher Freiheit. Das zeigt der Financial Freedom Report 2025 der Versicherung LV 1871. Gleichzeitig offenbart die Studie eine gefährliche Lücke: Fast die Hälfte der vom Marktforschungsinstitut Civey Befragten glaubt nicht daran, im Laufe ihres Berufslebens jemals berufsunfähig zu werden.

Diese Einschätzung ist trügerisch. Statistisch gesehen wird jeder vierte Erwerbstätige mindestens einmal in seinem Arbeitsleben berufsunfähig, warnt der GDV Gesamtverband der Versicherer. Besonders aufschlussreich: Das Risiko trifft keineswegs nur körperlich anstrengende Berufe. „Ein vermeintlich gefahrloser Bürojob schützt nicht vor Berufsunfähigkeit", betont der GDV ausdrücklich.

Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit

Psychische Erkrankungen sind mittlerweile der mit Abstand häufigste Auslöser. Im Jahr 2024 waren 38 Prozent aller Berufsunfähigkeitsfälle auf psychische Leiden sowie Erkrankungen des Nervensystems zurückzuführen – darunter Burn-out und Depressionen. Die Tendenz ist steigend. Mit 19 Prozent folgt Krebs als zweithäufigste Ursache, während Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Rückenleiden, Arthrose oder Gelenkprobleme 16 Prozent der Fälle ausmachen.

Die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit können gravierend sein. Der GDV warnt vor einer möglichen „Existenzbedrohung" und einer erzwungenen Änderung des gewohnten Lebensstandards. Wer auf staatliche Absicherung hofft, wird enttäuscht: Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente greift erst, wenn jemand weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann. Die volle Rente erhält sogar nur, wer auf unter drei Stunden täglich kommt – und selbst dann beträgt sie in der Regel weniger als ein Drittel des letzten Bruttogehalts. Für Menschen, die nach dem 2. Januar 1961 geboren wurden, gelten dabei besonders strenge Voraussetzungen.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) soll diese Versorgungslücke schließen. Doch welche Policen bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis? Das Analysehaus Morgen & Morgen (M&M) hat gemeinsam mit der Wirtschaftswoche drei Musterfälle unter die Lupe genommen.

Drei Musterfälle im Ranking

Analysiert wurden folgende Profile:

  • Ein 45-jähriger Manager mit einem Jahresgehalt von 250.000 Euro, der eine monatliche BU-Rente von 5.000 Euro absichert
  • Ein 22-jähriger Student mit einem Jahreseinkommen von 12.000 Euro und einer versicherten Rente von 1.000 Euro monatlich
  • Ein 18-jähriger Schüler, der ebenfalls eine monatliche Rente von 1.000 Euro absichert

Wichtig: Maximal können 60 Prozent des Bruttogehalts über eine BU-Police abgesichert werden. Berechnet wurden die Tarife jeweils mit und ohne sogenannte Arbeitsunfähigkeitsklausel. Diese Klausel erleichtert die Beweislast erheblich: Ist der Versicherte seit sechs Monaten von einem Facharzt krankgeschrieben, zahlt der Versicherer grundsätzlich ohne eigene Prüfung – je nach Police für 18 bis 36 Monate. Ohne diese Klausel muss die Berufsunfähigkeit erst vollständig geprüft werden, was laut GDV rund drei Monate in Anspruch nehmen kann.

Ergebnisse: Wer schneidet am besten ab?

Beim Manager stehen ohne Arbeitsunfähigkeitsklausel 23 mit „exzellent" bewertete Tarife zur Wahl. Die Spitzenposition belegt die R+V, gefolgt von R+V (Condor), Allianz und LV 1871. Besonders günstige Nettobeiträge von etwas mehr als 160 Euro monatlich bieten AKS Flex Swiss Life, Gothaer, KlinikRente Swiss Life und MetallRente Swiss Life. Mit Arbeitsunfähigkeitsklausel reduziert sich die Auswahl auf 13 exzellente Tarife – hier führen R+V, Allianz und R+V (Condor) das Ranking an.

Beim Studenten überzeugen ohne Arbeitsunfähigkeitsklausel 20 Policen mit Bestnote. Testsieger ist die Baloise mit einem monatlichen Beitrag von lediglich 27,58 Euro, knapp dahinter folgt die Allianz mit 29,28 Euro. Mit Arbeitsunfähigkeitsklausel liegt die Top-Police ebenfalls bei der Baloise – für 29,49 Euro monatlich. Beim Schüler empfehlen sich jeweils LV 1871 und Baloise als beste Anbieter, sowohl mit als auch ohne die Zusatzklausel.

Früh abschließen lohnt sich

Für junge Menschen ist die BU-Versicherung aus mehreren Gründen besonders attraktiv. Schüler, Auszubildende und Studierende haben in der Regel kaum Vorerkrankungen, die zu Prämienaufschlägen oder sogar zum Ausschluss führen könnten. Durch die günstige Tarifklasse fallen die Beiträge deutlich niedriger aus. Hinzu kommt: Bei einem späteren Berufseinstieg oder Berufswechsel ist in der Regel keine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich. Auch bei bestimmten Lebensereignissen wie der Geburt eines Kindes oder dem Bau eines Hauses lässt sich die versicherte Rente ohne neue Prüfung erhöhen. Der GDV empfiehlt daher ausdrücklich, eine BU-Versicherung bereits während der Ausbildungszeit abzuschließen.

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