Bernstein hebt ASML-Kursziel auf 2.500 Euro – Dreifaches Glück
Kapazität, Preisgestaltung und Margen übertreffen Erwartungen: Bernstein setzt das höchste Kursziel für ASML an der Wall Street.

Bernstein hat das Kursziel für ASML Holding NV von 2.300 Euro auf 2.500 Euro angehoben und damit das höchste Kursziel für die Aktie an der Wall Street gesetzt. Analyst David Dai bezeichnete die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 als „dreifaches Glück" – Umsatz, Kapazität und Margen übertrafen allesamt die Erwartungen. Die Einstufung „Outperform" behielt Dai dabei unverändert bei.
Das Analysehaus identifizierte drei wesentliche Aufwärtstreiber für die ASML-Aktie. Diese stützen sich auf konkrete Unternehmensdaten und Managementkommentare, die Bernstein in seiner Analyse ausgewertet hat.
Drei Treiber für weiteres Kurspotenzial
Erstens plant ASML, die Kapazitäten für Low NA EUV und ArFi in den Jahren 2027 und 2028 um jeweils 30 Prozent pro Jahr zu steigern. Die DUV-Kapazität liegt für 2028 bei 220 Einheiten und damit über den bisherigen Markterwartungen. Zweitens sieht Bernstein erhebliches Preispotenzial: Die Analysten schätzen, dass der durchschnittliche Verkaufspreis für EUV-Systeme im Jahr 2027 um 10 Prozent steigen wird. Grundlage dafür sind Managementkommentare, wonach der Durchsatz bei Low NA EUV im Jahresvergleich um 45 Prozent gestiegen ist, während die Kapazität lediglich um 30 Prozent zunahm. Für 2028 wird ein weiterer Preisanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet.
Drittens überzeugt ASML mit einer deutlichen Margenverbesserung. Die vom Unternehmen prognostizierte Bruttomarge für die zweite Jahreshälfte 2026 liegt bei 56 Prozent – und damit spürbar über dem Marktkonsens von 52,6 Prozent. Dieser Vorsprung signalisiert, dass ASML seine Profitabilität strukturell verbessert hat.
Umsatz- und Gewinnschätzungen deutlich angehoben
Bernstein hob seine Umsatzschätzungen für 2027 auf 56 Milliarden Euro und für 2028 auf 72 Milliarden Euro an. Auch die Gewinnschätzungen je Aktie (EPS) wurden nach oben korrigiert: Für 2027 rechnet Bernstein nun mit 53,6 Euro je Aktie, für 2028 mit 75,3 Euro. Letzteres liegt rund 37 Prozent über dem aktuellen Marktkonsens – ein erheblicher Unterschied, der das Vertrauen von Bernstein in ASMLs Wachstumspfad unterstreicht.
Auch Barclays schloss sich der positiven Einschätzung an und hob das Kursziel für ASML von 2.000 Euro auf 2.400 Euro an. Die Einstufung „Overweight" wurde dabei bekräftigt. Analyst Simon Coles bezeichnete die Bruttomargen als „den wichtigsten positiven Aspekt in diesem Quartal". Als Treiber nannte er die Erholung des DUV-Geschäfts in China, eine verbesserte EUV-Preisgestaltung sowie ein starkes Upgrade-Geschäft. Barclays erhöhte seine Umsatzprognosen für 2026 um 11 Prozent und für 2027 um 5 Prozent.
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Zur AktienanalyseASML-Aktie trotz starker Rally weiterhin attraktiv
Bemerkenswert ist, dass beide Analysehäuser die ASML-Aktie trotz einer bereits beeindruckenden Kursrally als attraktiv einstufen. Seit September 2025 hat die Aktie rund 150 Prozent zugelegt. ASML ist als weltweiter Monopolist bei EUV-Lithographiemaschinen ein zentraler Zulieferer der Halbleiterindustrie. Ohne ASMLs Technologie können die modernsten Chips nicht gefertigt werden – ein struktureller Wettbewerbsvorteil, der die hohen Bewertungen langfristig stützt.
Für deutsche Privatanleger ist ASML als niederländisches Unternehmen über die Euronext Amsterdam sowie als ADR an der Nasdaq handelbar. Die Aktie gilt als Kernposition in vielen Technologie- und Halbleiterfonds und ist im Euro Stoxx 50 sowie im AEX-Index gelistet.


