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Berkshire hortet Rekordcash vor Buffetts Abschied

Gewinn steigt deutlich, doch Unsicherheit über künftige Kapitalstrategie unter Greg Abel bleibt

Berkshire hortet Rekordcash vor Buffetts Abschied

Berkshire Hathaway hat im dritten Quartal einen Rekordbestand an liquiden Mitteln von 381,7 Milliarden Dollar erreicht und damit erneut Zurückhaltung gegenüber den Finanzmärkten signalisiert. Gleichzeitig stieg der operative Gewinn um 34 Prozent auf 13,49 Milliarden Dollar, während der Nettogewinn um 17 Prozent auf 30,8 Milliarden Dollar zulegte. Trotz dieser positiven Zahlen blieb das Umsatzwachstum mit einem Plus von nur 2 Prozent hinter dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum der USA zurück.

Das Konglomerat unter der Leitung von Warren Buffett verkaufte zum zwölften Quartal in Folge mehr Aktien, als es kaufte, und verzichtete zum fünften Mal in Folge auf eigene Aktienrückkäufe. Der Wert des Aktienportfolios belief sich auf 283,2 Milliarden Dollar, darunter Beteiligungen an Apple und American Express. Analysten sehen in dieser Strategie ein Zeichen für Vorsicht angesichts hoher Bewertungen an den Märkten.

Rückläufige Verluste im Versicherungsgeschäft trugen wesentlich zur Gewinnsteigerung bei. Der Eisenbahnbetreiber BNSF profitierte von niedrigeren Treibstoffkosten und höherer Produktivität, während die Energie-Tochter Berkshire Hathaway Energy einen Gewinnrückgang von 9 Prozent verzeichnete, bedingt durch höhere Kosten und rechtliche Belastungen im Zusammenhang mit Waldbränden.

Berkshire gab an, dass schwächere Verbrauchernachfrage und wirtschaftliche Unsicherheiten das Geschäft mehrerer Tochtergesellschaften belasteten. Besonders betroffen waren die Bau- und Konsumsparten mit Marken wie Clayton Homes, Duracell, Fruit of the Loom und Jazwares.

Buffett, der zum Jahresende nach fast sechs Jahrzehnten als Vorstandsvorsitzender zurücktritt, lässt die Bargeldreserven weiter anwachsen. Sein Nachfolger Greg Abel, derzeit stellvertretender Vorstandsvorsitzender, wird künftig die Leitung übernehmen. Abel gilt als operativ stärker eingebundener Manager, doch bleibt unklar, wie er die enormen liquiden Mittel des Unternehmens einsetzen wird. Eine Möglichkeit wäre die erstmalige Dividendenausschüttung seit 1967.

Geplant ist zudem der Kauf des Chemiegeschäfts von Occidental Petroleum für 9,7 Milliarden Dollar. Beobachter erwarten, dass Abel die Kapitalallokation künftig stärker auf das operative Geschäft fokussieren könnte. Trotz der hohen Gewinne hinkt die Aktie der allgemeinen Marktentwicklung deutlich hinterher: Seit der Ankündigung von Buffetts Rücktritt im Mai ist der Kurs um 12 Prozent gefallen und liegt für das laufende Jahr 11 Prozentpunkte hinter dem S&P 500-Index.

Langjährige Investoren wie Tom Russo betonen jedoch die solide Ausgangsposition des Konzerns. Die Zurückhaltung bei Investitionen solle den langfristigen Wert pro Aktie sichern. Berkshire verfügt über fast 200 Beteiligungen, darunter bekannte Marken wie Dairy Queen und See’s Candies. Eine größere Akquisition hat das Unternehmen zuletzt 2016 mit dem Kauf von Precision Castparts getätigt.

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