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Berkshire Hathaway unter Greg Abel: Großer Portfolioumbau im ersten Quartal

Neue Positionen in Delta Air Lines und Alphabet, kompletter Ausstieg aus Amazon und Visa – Greg Abel hinterlässt seinen ersten Fingerabdruck.

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Berkshire Hathaway unter Greg Abel: Großer Portfolioumbau im ersten Quartal

Berkshire Hathaway hat sein erstes Quartal unter dem neuen CEO Greg Abel abgeschlossen – und die regulatorischen Pflichtmeldungen vom 15. Mai 2026 zeigen einen deutlichen Kurswechsel. Der Konglomerat-Riese hat sein Aktienportfolio erheblich umstrukturiert und trennt sich dabei von zahlreichen Positionen, die zuvor von Ex-Manager Todd Combs betreut wurden.

Die auffälligsten Verkäufe betreffen vollständige Ausstiege aus Amazon, Mastercard, Visa, UnitedHealth Group, Domino's Pizza und Aon. Analysten sehen darin eine gezielte Bereinigung des Portfolios nach dem Abgang von Todd Combs, der im Dezember 2025 zu JPMorgan Chase gewechselt war. Zusätzlich reduzierte Berkshire seine Beteiligung an Chevron um 35 Prozent – trotz der starken Performance des Energiekonzerns im Quartal.

Rückkehr in den Luftfahrtsektor und Aufstockung bei Alphabet

Auf der Kaufseite sticht vor allem der Einstieg bei Delta Air Lines hervor: Berkshire erwarb 39,8 Millionen Aktien im Wert von rund 2,65 Milliarden US-Dollar. Dieser Schritt ist besonders bemerkenswert, da Warren Buffett im Jahr 2020 alle großen US-Fluggesellschaften verkauft hatte – mit der Begründung, die COVID-19-Pandemie habe die Branchenaussichten fundamental verändert. Abels Rückkehr in den Sektor markiert damit eine klare strategische Neuausrichtung.

Darüber hinaus hat Berkshire seine Alphabet-Beteiligung auf 58 Millionen Aktien mehr als verdreifacht, was einem aktuellen Wert von 16,6 Milliarden US-Dollar entspricht. Auch die Beteiligung an der New York Times wurde verdoppelt und beläuft sich nun auf 9,4 Prozent. Neu hinzugekommen ist außerdem eine kleinere Position bei Macy's mit 3 Millionen Aktien.

Trotz der umfangreichen Umschichtungen betonte Abel das Festhalten an einem „konzentrierten Ansatz". Die Kernpositionen – darunter Apple, American Express, Coca-Cola und Moody's – blieben weitgehend unangetastet. Apple bleibt die größte Einzelposition im Aktienportfolio, unverändert gegenüber dem Vorquartal.

Berkshire-Aktie hinkt dem S&P 500 hinterher

Die Marktreaktion auf den Führungswechsel fällt bislang verhalten aus. Die Berkshire-Aktie hat seit Jahresbeginn 4 Prozent verloren, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum um 8 Prozent zulegte. Beobachter führen diese Underperformance auf den Wegfall der sogenannten „Buffett-Prämie" zurück – also des Vertrauensbonus, den Investoren dem legendären Investor Warren Buffett jahrzehntelang zugeschrieben hatten.

Buffett selbst ist nach wie vor in das Unternehmen eingebunden. Er hat die CEO-Rolle abgegeben, bleibt aber als Chairman aktiv an wichtigen Investmententscheidungen beteiligt. Abel bestätigte im Februar, dass er 94 Prozent des Aktienportfolios verantwortet, während Ted Weschler die verbleibenden 6 Prozent betreut.

Die Reaktion des Marktes auf die Pflichtmeldungen war unmittelbar: Aktien von Delta Air Lines und Macy's legten im nachbörslichen Handel zu, was Analysten als Ausdruck des sogenannten „Berkshire-Gütesiegels" werteten. Aktien von UnitedHealth Group gaben hingegen leicht nach, nachdem der vollständige Ausstieg bekannt wurde.

Halbleitersektor unter Druck – Nvidia auf Rekordhoch

Abseits von Berkshire bewegt der breitere Technologie- und Halbleitermarkt die Anleger. Nvidia hat eine Marktkapitalisierung von 5,5 Billionen US-Dollar erreicht und treibt damit den S&P 500 sowie den Nasdaq auf neue Rekordstände. Hintergrund ist die anhaltende globale Chip-Knappheit sowie die stark steigende Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Der Roundhill Memory ETF ist seit seinem Start im April um 96 Prozent gestiegen.

Gleichzeitig sieht sich Arm Holdings mit einer kartellrechtlichen Untersuchung der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) konfrontiert. Die Behörde prüft, ob Arm durch mögliche Verschlechterungen von Lizenzvereinbarungen für seine Chip-Baupläne eine Monopolstellung anstrebt. Die Untersuchung fällt zeitlich mit einem Rechtsstreit zwischen Arm und Qualcomm über die Übernahme des Chip-Startups Nuvia zusammen. Auch südkoreanische Regulatoren haben Arms Lizenzpraktiken unter die Lupe genommen – ein Zeichen für den globalen Regulierungsdruck auf führende Halbleiterunternehmen.

US-Konzernchefs in Peking – Boeing-Großauftrag aus China

In einem weiteren bemerkenswerten Entwicklungsstrang besuchten hochrangige US-Unternehmenslenker – darunter die CEOs von Apple, Meta, Boeing, Citigroup und Goldman Sachs – Peking. Diese „Corporate Diplomacy"-Mission fand trotz anhaltender geopolitischer Spannungen zwischen den USA und China statt. Chinesische Funktionäre ermutigten Citigroup zur Ausweitung ihrer Präsenz im Land. Präsident Trump verkündete zudem, China habe sich zum Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen verpflichtet, mit dem Potenzial, den Auftrag auf bis zu 750 Maschinen auszuweiten.

Für Aufsehen sorgte auch Trumps persönliche Finanzoffenlegung: Demnach kaufte der Präsident im ersten Quartal 2026 erhebliche Mengen an Palantir-Aktien – kurz bevor er das Unternehmen öffentlich auf Truth Social lobte. Das Weiße Haus betonte, Trumps Vermögen werde in einem von seinen Kindern verwalteten Trust gehalten und es bestünden keine Interessenkonflikte. Der zeitliche Ablauf der Transaktionen hat dennoch eine Debatte über den Aktienhandel amtierender Präsidenten ausgelöst. Trumps Portfolio zeigte im Quartal auch signifikante Aktivitäten bei Nvidia, Microsoft, Oracle und Amazon.

Für Berkshire Hathaway bleibt das erste Jahr unter Greg Abel eine Phase des Übergangs und der Neuausrichtung. Die Portfolioumschichtungen signalisieren einen eigenständigen Führungsstil, während die Kernpositionen die bewährte Langfriststrategie des Unternehmens unterstreichen. Anleger weltweit beobachten genau, wie Abel das Erbe Buffetts weiterentwickelt – in einem Marktumfeld, das von KI-Euphorie, Regulierungsdruck und geopolitischen Verwerfungen geprägt ist.

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