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Berkshire Hathaway setzt Barreserven ein: Aktienrückkäufe und Milliardenzukäufe

Unter neuem CEO Greg Abel kauft Berkshire Hathaway erstmals seit drei Jahren mehr Aktien als es verkauft.

Berkshire Hathaway setzt Barreserven ein: Aktienrückkäufe und Milliardenzukäufe

Berkshire Hathaway hat im zweiten Quartal 2025 seinen gewaltigen Barbestand erstmals seit Jahren spürbar reduziert. Das Konglomerat aus Omaha, Nebraska, kaufte eigene Aktien zurück und erwarb zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren netto mehr Aktien als es veräußerte. Dies signalisiert eine deutliche strategische Kehrtwende unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Greg Abel.

Der Nettogewinn des Unternehmens mehr als verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Er stieg auf 25,67 Milliarden US-Dollar bzw. 17.868 US-Dollar je Aktie der Klasse A, gegenüber 12,37 Milliarden US-Dollar bzw. 8.601 US-Dollar je Aktie der Klasse A im zweiten Quartal des Vorjahres. Treiber dieser Entwicklung waren Investmentgewinne sowie starke Ergebnisse in den Industrie- und Einzelhandelssparten des Konzerns.

Trotz der Investitionsoffensive verfügt Berkshire Hathaway weiterhin über eine außerordentlich hohe Liquidität. Zum Ende des zweiten Quartals hielt das Unternehmen 364,7 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und kurzfristigen US-Staatsanleihen (Treasury Bills) – unter Berücksichtigung einer Verbindlichkeit aus dem Kauf kurzfristiger Staatsanleihen. Das entspricht einem Rückgang von 4 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Milliardenzukäufe unter Abel

Zu den bedeutendsten Transaktionen des Quartals zählt der Kauf des Hausbauunternehmens Taylor Morrison Home für 6,8 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus investierte Berkshire 10 Milliarden US-Dollar in Aktien des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Beide Deals gehören zu den größten Einzeltransaktionen, die das Konglomerat in den vergangenen Jahren abgeschlossen hat.

Diese Investitionsoffensive gilt als klares Signal, dass Greg Abel, der im Januar die Nachfolge von Warren Buffett als CEO antrat, beginnt, dem Unternehmen seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Buffett hatte Berkshire Hathaway mehr als ein halbes Jahrhundert lang geführt und das Konglomerat zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. Unter seiner Ägide hatte sich ein enormer Barbestand angehäuft, da Buffett lange keine ausreichend attraktiven Investitionsmöglichkeiten sah.

Ein neues Kapitel für das Konglomerat

Für deutsche Anleger ist Berkshire Hathaway vor allem als Musterbeispiel langfristiger Wertschöpfung bekannt. Die Aktie der Klasse B (BRK.B) ist auch an deutschen Börsen handelbar und gilt als Basisinvestment für viele internationale Portfolios. Die nun sichtbare Bereitschaft, den Barbestand aktiv einzusetzen, könnte das Profil des Unternehmens unter Abel nachhaltig verändern.

Die Kombination aus einem mehr als verdoppelten Quartalsgewinn, gezielten Großakquisitionen und dem erstmaligen Nettokauf von Aktien seit über drei Jahren zeichnet das Bild eines Unternehmens im Wandel. Ob Abel den legendären Ruf seines Vorgängers langfristig bestätigen kann, bleibt abzuwarten – die ersten Signale aus dem zweiten Quartal fallen jedenfalls eindeutig positiv aus.

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