Berkshire Hathaway investiert 23 Milliarden Dollar in Alphabet-Aktien
Unter dem neuen CEO Greg Abel setzt Berkshire Hathaway massiv auf Alphabet – und historische Muster deuten auf weitere Käufe hin.

Berkshire Hathaway hat unter seinem neuen CEO Greg Abel eine klare Wette auf Alphabet abgeschlossen. Seit Jahresbeginn investierte das Konglomerat rund 23 Milliarden US-Dollar in die Google-Muttergesellschaft. Damit gehört Alphabet nun zu den fünf größten Positionen im Portfolio von Berkshire Hathaway.
Die erste Position in Alphabet wurde im dritten Quartal 2025 aufgebaut. Warren Buffett selbst gab an, hinter diesem Einstieg zu stecken. Dazu zählt auch ein Kauf im Wert von 10 Milliarden Dollar im Rahmen einer Privatplatzierung. Greg Abel, der Buffett als CEO abgelöst hat – während Buffett weiterhin als Chairman fungiert –, will die bewährte Anlagephilosophie des Unternehmens fortführen.
Historisches Muster spricht für weitere Käufe
Ein Blick auf die Vergangenheit von Berkshire Hathaway zeigt ein klares Muster: Bei Aktien mit hoher Überzeugung kauft das Konglomerat wiederholt und über lange Zeiträume hinweg. Das bekannteste Beispiel ist Apple, die derzeit größte Beteiligung. Berkshire stieg im ersten Quartal 2016 ein und kaufte die Aktie praktisch in jedem Quartal bis Ende 2018 weiter zu.
Auch bei Visa zeigte sich ein ähnliches Verhalten: Zwischen 2011 und 2016 erwarb Berkshire neunmal Visa-Aktien, wenngleich in diesem Zeitraum auch vereinzelte Verkäufe stattfanden. Vergleichbare Trends sind bei weiteren Beteiligungen wie Occidental Petroleum zu beobachten. Analysten sehen darin ein starkes Indiz, dass Berkshire auch bei Alphabet in den kommenden Quartalen weiter zukaufen könnte.
Alphabet selbst lieferte zuletzt beeindruckende Finanzergebnisse. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar. Das Betriebsergebnis wuchs sogar noch schneller – um 30 Prozent auf 40,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 9,11 Dollar, verglichen mit 2,31 Dollar im Vorjahreszeitraum.
Cloud-Geschäft als zentraler Wachstumstreiber
Besonders das Cloud-Computing-Segment stach hervor. Der Cloud-Umsatz stieg im Jahresvergleich um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. Alphabet schloss das Quartal mit einem Cloud-Auftragsbestand von 514 Milliarden Dollar ab – ein Zeichen für die enorme Nachfrage nach KI-Infrastruktur und Datenanalyse-Diensten.
Zwar hat Alphabet unter den „Großen Drei" der Cloud-Branche den kleinsten Marktanteil, doch gilt das Unternehmen als besonders stark in den Bereichen KI-Infrastruktur und Datenanalyse positioniert. Die Ausgaben für KI-Infrastruktur sollen in den nächsten Jahren weiter kräftig wachsen – ein Rückenwind, von dem Alphabet überproportional profitieren dürfte.
Einige Investoren zeigen sich besorgt über die hohen Investitionsausgaben. Alphabet prognostiziert für das laufende Jahr Kapitalausgaben von 195 bis 205 Milliarden Dollar – eine Erhöhung gegenüber der vorherigen Prognose von 180 bis 190 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow war im zweiten Quartal zudem negativ. Befürworter sehen die erhöhten Ausgaben jedoch als notwendige Investition in zukünftiges Wachstum, die durch den starken Cloud-Auftragsbestand gerechtfertigt ist.
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Zur AktienanalyseBewertung bleibt attraktiv
Neben den starken Fundamentaldaten spricht auch die Bewertung für Alphabet. Die Aktie wird derzeit mit etwa dem 18,1-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt – unterhalb des Branchendurchschnitts von 20 für Informationstechnologie-Aktien. Unter den sogenannten „Magnificent Seven" – den sieben größten US-Technologiekonzernen – weist Alphabet damit das niedrigste Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis auf.
Für Buffett-Anhänger ist das ein bekanntes Signal: Der Starinvestor achtet stets auf Unternehmen mit einem breiten Wettbewerbsvorteil, dem sogenannten „Burggraben", und einer attraktiven Bewertung. Alphabet erfüllt beide Kriterien – mit einer dominanten Marktstellung in der Internetsuche, starken Netzwerkeffekten und einem wachsenden Cloud-Geschäft. Angesichts dieser Faktoren könnte Alphabet nicht nur für Berkshire Hathaway, sondern auch für Privatanleger eine interessante Investitionsmöglichkeit darstellen.


