Berkshire Hathaway: Greg Abel investiert 12 Milliarden Dollar netto in Aktien
Unter dem neuen CEO Greg Abel schrumpfte Berkshires gigantische Kriegskasse leicht – doch das Kapital wird gezielt und diszipliniert eingesetzt.

Seit Warren Buffett Ende 2025 als CEO von Berkshire Hathaway zurückgetreten ist, steht sein Nachfolger Greg Abel vor einer gewaltigen Aufgabe: Er verwaltet eine der größten Unternehmens-Kriegskassen der Welt. Zum Zeitpunkt der Übergabe belief sich der Cash-Bestand auf rund 369 Milliarden US-Dollar. Am Ende des zweiten Quartals 2026 lag er noch bei etwa 360 Milliarden Dollar in Barmitteln und kurzfristigen US-Staatsanleihen – ein Rückgang, aber kein dramatischer.
Gleichzeitig hielt Berkshire Hathaway im zweiten Quartal Aktienwerte im Umfang von rund 323 Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr 2026 war das Unternehmen mit netto rund 12 Milliarden Dollar ein klarer Nettokäufer von Aktien – ein deutliches Signal, dass Abel bereit ist, Kapital zu bewegen, wenn die Bedingungen stimmen.
Drei große Transaktionen unter Abel
Besonders auffällig sind drei abgeschlossene Deals, die Abels Handschrift tragen. Berkshire übernahm OxyChem für 9,7 Milliarden Dollar und den Immobilienentwickler Taylor Morrison für 8,5 Milliarden Dollar. Hinzu kommt eine Privatplatzierung beim Tech-Giganten Alphabet in Höhe von 10 Milliarden Dollar, die den Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz mitfinanziert. Diese Investition ergänzt die bereits im ersten Quartal gehaltenen 54 Millionen Alphabet-Aktien, die Berkshire an der Google-Muttergesellschaft hält.
In seinem ersten Aktionärsbrief Anfang 2026 bezeichnete Abel die massive Cash-Position als „trockenes Pulver" und betonte: „Wir werden immer das Ziel verfolgen, produktive Unternehmen gegenüber US-Staatsanleihen zu bevorzugen." Die jüngsten Schritte zeigen, dass er dieses Versprechen ernst nimmt – und handelt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Während Abel nach geeigneten Investitionsgelegenheiten sucht, arbeitet der Cash-Bestand nicht untätig. Im aktuellen Hochzinsumfeld überstieg die Diskontzuschreibung auf US-Staatsanleihen im ersten Halbjahr 2026 bereits 6 Milliarden Dollar. Auf das Jahr hochgerechnet entspricht das rund 12 Milliarden Dollar an Zinserträgen aus den T-Bills – ein erheblicher Ertrag, der Berkshires Geduld belohnt.
Hohe Bewertungen als zentrale Herausforderung
Die größte Hürde für Abel bleibt das aktuelle Bewertungsniveau am Aktienmarkt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 auf Basis der vergangenen zwölf Monate liegt derzeit bei 29,8 – weit über dem historischen Durchschnitt von 16,2. Selbst in den vergangenen 25 Jahren schwankte der Index üblicherweise zwischen dem 20- und 25-fachen Gewinn.
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Zur AktienanalyseErschwerend kommt die schiere Größe von Berkshire Hathaway hinzu. Mit einer Marktkapitalisierung von 1,1 Billionen Dollar benötigt Abel nicht nur solide Unternehmen zu fairen Preisen – er braucht Gelegenheiten, die groß genug sind, um die Ergebnisse des Konzerns spürbar zu beeinflussen. Das schränkt den Handlungsspielraum erheblich ein.
Dennoch setzt Abel Buffetts disziplinierten und geduldigen Investitionsansatz konsequent fort. Sollte ein Bärenmarkt zurückkehren, sitzt Berkshire auf einem extrem wertvollen Aktivposten: einer prall gefüllten Kriegskasse, die bereit ist, in Qualitätsunternehmen zu günstigeren Bewertungen investiert zu werden. Für langfristig orientierte Anleger bleibt die Berkshire-Aktie damit ein gewichtiges Argument im Depot.


