Berkshire Hathaway Energy: Der stille Star unter Greg Abel
Im ersten Quartal unter CEO Greg Abel zeigt Berkshire Hathaway Energy, warum der Energiebereich unverzichtbar für das Konglomerat bleibt.

Das erste Geschäftsquartal unter dem neuen CEO Greg Abel ist abgeschlossen – und es brachte einige bemerkenswerte Veränderungen für Berkshire Hathaway (BRKA / BRKB). Das Konglomerat trennte sich vollständig von 16 Aktienpositionen aus der Buffett-Ära, darunter langjährige Beteiligungen wie Visa und Aon. Gleichzeitig verdreifachte Abel die Position bei Alphabet, die damit zur siebtgrößten Beteiligung des Unternehmens aufgestiegen ist.
Doch trotz aller Umbrüche in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 könnte es ausgerechnet das sein, was sich nicht verändert hat, das Anleger am meisten interessieren sollte: Berkshire Hathaway Energy.
Was steckt hinter Berkshire Hathaway Energy?
Viele Anleger wissen gar nicht, dass Berkshire Hathaway ein bedeutendes Versorgungsunternehmen besitzt. Unter dem Dach von Berkshire Hathaway Energy operieren bekannte Strom- und Erdgasanbieter wie PacifiCorp, Northern Natural Gas, NV Energy, MidAmerican, BHE und AltaLink – Unternehmen, die Millionen von Endverbrauchern in Nordamerika beliefern.
Der Beitrag dieses Bereichs zum Gesamtergebnis des Konglomerats ist beachtlich. Von den insgesamt 10,1 Milliarden US-Dollar an operativen Nettogewinnen, die den Berkshire-Aktionären im ersten Quartal 2026 zuzurechnen sind, entfielen 1,1 Milliarden US-Dollar allein auf Berkshire Hathaway Energy. Das entspricht in etwa der gesamten Gewinnproduktion dieses Bereichs in den vergangenen Jahren – bereinigt um inflationsbedingte Preissteigerungen.
In einem starken Börsenjahr können die Gewinne aus den Aktienpositionen von Berkshire deutlich höher ausfallen und den Energiebereich in den Schatten stellen. Der eigentliche Wert von Berkshire Hathaway Energy liegt jedoch in seiner Beständigkeit: Der Bereich liefert in schwachen Konjunkturphasen und Bärenmärkten ebenso verlässlich Gewinne wie in guten Zeiten. Das glättet die Schwankungen für das gesamte, auf Versicherungen ausgerichtete Geschäftsmodell von Berkshire erheblich.
Wachstum durch KI-Rechenzentren
Die Aussichten für Berkshire Hathaway Energy sind langfristig positiv. Der wichtigste Grund: Privatpersonen und Unternehmen werden immer Strom benötigen. Darüber hinaus steht dem Bereich eine Wachstumsbeschleunigung bevor, da die Nachfrage der KI-Rechenzentrumsbranche nach Energie sprunghaft ansteigt. Berkshire Hathaway Energy positioniert sich gezielt, um auf diesen spezifischen Bedarf zu reagieren.
Analysten gehen davon aus, dass Berkshire aus diesem Bereich jährliche operative Gewinne zwischen 3 und 4 Milliarden US-Dollar erzielen kann – was einem Zehntel oder mehr des gesamten operativen Ergebnisses außerhalb der Anlagegewinne entsprechen kann.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist Greg Abels persönliche Geschichte mit dem Energiebereich. Abel war bereits Führungskraft bei MidAmerican Energy, als Berkshire das Unternehmen im Jahr 2000 übernahm. Er kennt diesen Geschäftsbereich besser als jeden anderen im Berkshire-Portfolio.
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Zur AktienanalyseBarmittelreserven von fast 400 Milliarden Dollar
Für Anleger ist zudem relevant, dass Abel offenbar ähnlich wenig Interesse am Kauf neuer Aktien zeigt wie Warren Buffett gegen Ende seiner Amtszeit. Berkshire sitzt auf Barmittelreserven von fast 400 Milliarden US-Dollar. Es wäre daher keine Überraschung, wenn das Unternehmen beginnt, diese Mittel gezielt in bewährte, cashgenerierende Geschäftsbereiche wie Berkshire Hathaway Energy zu investieren und diesen weiter auszubauen.
Für Berkshire-Aktionäre könnte der vermeintlich unspektakuläre Energiebereich damit zur stillen Stärke der neuen Abel-Ära werden – verlässlich, wachstumsstark und strategisch gut positioniert.


