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Berkshire Hathaway: 397 Milliarden Dollar Cashreserve gibt Abel Handlungsspielraum

Berkshires Rekord-Cashbestand verleiht dem neuen CEO Greg Abel enorme Mittel für Rückkäufe oder eine große Übernahme.

Berkshire Hathaway: 397 Milliarden Dollar Cashreserve gibt Abel Handlungsspielraum

Berkshire Hathaway beendete das erste Quartal 2025 mit einem Rekord-Cashbestand von 397 Milliarden US-Dollar in Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und kurzfristigen US-Schatzanweisungen. Dieser Betrag übersteigt die Marktkapitalisierung der großen Mehrheit aller börsennotierten Unternehmen weltweit. Für den neuen CEO Greg Abel, der die Nachfolge von Warren Buffett angetreten hat, bedeutet dies eine außergewöhnliche finanzielle Ausgangslage – und zugleich eine erhebliche Herausforderung.

Das Konglomerat aus Omaha ist seit Jahren ein Nettoverkäufer von Aktien. Besonders auffällig: Die Beteiligung an Apple wurde von einem Höchststand von mehr als 915 Millionen Aktien auf zuletzt 228 Millionen Aktien drastisch reduziert. Auch bei der Bank of America hat Berkshire seit 2024 mehr als 75 Prozent der Position abgebaut – aktuell hält das Unternehmen noch 514 Millionen Aktien. Diese Verkäufe haben den Cashberg kontinuierlich wachsen lassen.

Zu viel Bargeld, zu wenig Gelegenheiten

Das eigentliche Problem liegt auf der Hand: Der riesige Cashbestand erzielt derzeit nur eine vergleichsweise geringe Rendite, da er überwiegend in kurzfristigen US-Schatzanweisungen geparkt ist. Abel und Buffett würden das Kapital lieber in Gelegenheiten mit höherem Potenzial investieren – doch attraktive Ziele sind rar. Diese sogenannte Cash-Belastung könnte laut Analysten erklären, warum die A-Aktien von Berkshire Hathaway in den vergangenen zehn Jahren hinter der Gesamtrendite des S&P 500 zurückgeblieben sind.

Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 1,1 Billionen US-Dollar erwarten Anleger von Berkshire wohl keine überdurchschnittlichen Gewinne mehr. Das Unternehmen ist schlicht zu groß geworden, um mit kleinen Investments die Nadel zu bewegen. Nur wirklich große Transaktionen könnten den Cashberg spürbar reduzieren und die Kapitalrendite verbessern.

Abels Philosophie: Geduld und Disziplin

In seinem ersten Brief als CEO formulierte Greg Abel die Investitionsphilosophie des Unternehmens klar: „Wir bewerten jede Gelegenheit auf der Grundlage ihres Potenzials, den inneren Wert pro Berkshire-Aktie über einen unendlichen Zeithorizont zu steigern." Dazu zählen der Ausbau bestehender Geschäftsbereiche, Investitionen in Beteiligungspapiere, Aktienrückkäufe sowie der Kauf ganzer Unternehmen.

Bei Aktienrückkäufen agiert Berkshire nur dann, wenn die eigenen Aktien als unterbewertet eingestuft werden. Im ersten Quartal kaufte das Unternehmen eigene Stammaktien im Wert von 235 Millionen US-Dollar zurück – ein vergleichsweise geringer Betrag, der jedoch signalisiert, dass das Management die Aktie für unterbewertet hält.

Beim Thema Unternehmenskäufe bewies Berkshire zuletzt erneut seine bekannte Geduld. Abel nannte in seinem Brief zwei Übernahmen aus dem Jahr 2025: OxyChem und Bell Laboratories – zwei sehr unterschiedliche Unternehmen, die das Portfolio weiter diversifizieren. Dennoch bleibt der Großteil des Cashbergs unangetastet.

Für Aktionäre von Berkshire Hathaway bedeutet dies: Solange die Vermögenspreise nicht erheblich sinken und damit attraktive Kaufgelegenheiten entstehen, dürfte ein nennenswerter Teil der 397 Milliarden Dollar auch in naher Zukunft kaum investiert werden. Die Geduld, die Buffett über Jahrzehnte vorgelebt hat, bleibt unter Abel das prägende Merkmal des Konglomerats.

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