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Benzinpreise bleiben hoch: Raffineriekapazitäten als Hauptproblem

Trotz fallender Rohölpreise bleibt Benzin teuer – ein weltweiter Mangel an Raffineriekapazitäten entkoppelt Öl- und Zapfsäulenpreise.

Benzinpreise bleiben hoch: Raffineriekapazitäten als Hauptproblem

Die Benzinpreise in den USA könnten auch nach dem Ende der sommerlichen Reisesaison hartnäckig hoch bleiben. Grund dafür ist nicht der Rohölpreis, sondern ein weltweiter Mangel an Raffineriekapazitäten. Experten warnen, dass Autofahrer auch im Herbst mit ungewöhnlich hohen Kraftstoffkosten rechnen müssen.

Laut Patrick De Haan, Leiter der Ölanalyse bei GasBuddy, könnten US-Autofahrer zum Labor Day einen Rekordwert erleben – sofern Washington und Teheran keine stabile Einigung über die Straße von Hormus erzielen. Den bisherigen Höchststand zum Labor Day markierte das Jahr 2012 mit 3,83 US-Dollar pro Gallone. Aktuell zahlen Autofahrer rund 4,06 Dollar – das liegt zwar unter dem Höchststand von 4,56 Dollar aus dem Jahr 2026, ist aber laut Daten des Automobilclubs AAA noch immer 36 Prozent höher als am 27. Februar, bevor die USA und Israel den Iran angriffen.

De Haan erwartet zwar, dass die Preise im Herbst aufgrund saisonaler Nachfragerückgänge etwas nachgeben werden. Der strukturelle Mangel an Raffineriekapazitäten könnte Benzin jedoch für diese Jahreszeit ungewöhnlich teuer halten.

Kriege legen Raffineriekapazitäten lahm

Ein zentrales Problem ist der Ausfall von Raffinerien durch die Kriege im Iran und in der Ukraine. Gary Simmons, Chief Operating Officer von Valero, erklärte vergangene Woche während der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen seines Unternehmens, dass durch diese Konflikte Raffinerien mit einer Kapazität von rund 5 Millionen Barrel pro Tag stillgelegt worden seien. Das entspricht einem erheblichen Anteil der globalen Verarbeitungskapazität.

Darren Woods, CEO von ExxonMobil, erläuterte am Freitag gegenüber dem CNBC-Programm „Squawk Box", warum Kraftstoff trotz deutlich gefallener Rohölpreise teuer bleibt. In der Vergangenheit habe es reichlich Raffineriekapazitäten gegeben, sodass die Benzinpreise hauptsächlich durch die Kosten für Öl bestimmt worden seien. Heute hätten die Beschränkungen bei der Raffinierung zu einer „Entkopplung zwischen Rohölpreisen und Zapfsäulenpreisen" geführt, so der ExxonMobil-Chef.

Die US-Ölpreise sind in dieser Woche um etwa 10 Prozent eingebrochen und notieren bei rund 76 US-Dollar pro Barrel – unter anderem, weil Präsident Donald Trump ein mögliches Abkommen mit dem Iran andeutet, das den Verkehr durch die Straße von Hormus erhöhen könnte. Seit Kriegsbeginn sind die Ölpreise zwar um etwa 14 Prozent gestiegen, doch der Benzinpreis an der Zapfsäule legte mit einem Plus von 36 Prozent deutlich stärker zu – ein klares Zeichen für die Entkopplung der beiden Märkte.

Raffineriebetreiber profitieren von hohen Margen

Während Verbraucher unter den hohen Preisen leiden, fahren Raffineriebetreiber außerordentliche Gewinne ein. Sie arbeiten mit oder nahe an der vollen Kapazität, um die robuste Nachfrage bei knappem Angebot zu bedienen. Dabei profitieren sie von hohen sogenannten Crack-Spreads – also der Marge zwischen dem Einkaufspreis für Rohöl und dem Verkaufspreis für verarbeitete Produkte wie Benzin und Diesel.

Für deutsche Verbraucher und Anleger ist diese Entwicklung relevant, da die globalen Kraftstoffmärkte eng miteinander verknüpft sind. Ein anhaltend angespannter Raffineriesektor weltweit könnte auch hierzulande die Energiepreise unter Druck halten – selbst wenn die Rohölnotierungen weiter nachgeben sollten.

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