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Benzinmargen in Nordwesteuropa fallen um über fünf Dollar

Rohölpreisrückgang infolge nachlassender Nahost-Spannungen drückt Raffineriemargen auf 33,06 Dollar pro Barrel.

Benzinmargen in Nordwesteuropa fallen um über fünf Dollar

Die Raffineriemargen für Benzin in Nordwesteuropa sind am Montag um mehr als 5 Dollar auf 33,06 Dollar pro Barrel eingebrochen. Auslöser war ein deutlicher Rückgang der Rohöl-Futures, der durch die Erwartung nachlassender Spannungen im Nahen Osten ausgelöst wurde. Die Ölpreise fielen dabei um rund 5 Prozent auf ein Dreiwochentief.

Hintergrund des Preisrückgangs ist eine politische Entwicklung in Washington: US-Präsident Donald Trump hat weitere Maßnahmen gegen den Iran vorerst aufgeschoben. Gleichzeitig strebt er ein potenzielles Abkommen an, das das Ölangebot aus der Golfregion erhöhen könnte. Diese Aussicht auf ein größeres Angebot belastete die Ölpreise spürbar. Während der Handelssitzung wechselten bei Argus keine Eurobob-E5- oder E10-Bargen den Besitzer.

Störungen in russischer und irakischer Raffinerie

Unabhängig vom Preisrückgang sorgen zwei Vorfälle bei Raffinerien für Aufmerksamkeit auf dem Markt. Die Wolgograd-Raffinerie des russischen Energiekonzerns Lukoil hat seit Freitag die gesamte Rohölverarbeitung eingestellt. Ursache ist ein Feuer, das durch einen Drohnenangriff ausgelöst wurde – so zwei Branchenquellen, die am Montag darüber berichteten.

Ebenfalls am Montag meldete die staatliche irakische Nachrichtenagentur einen Brand in einer Raffinerie innerhalb des Baiji-Ölkomplexes, rund 180 Kilometer nördlich von Bagdad. Irakische Zivilschutzteams konnten das Feuer löschen. Der Baiji-Komplex gilt als einer der bedeutendsten Raffineriestandorte des Landes.

Trump fordert niedrigere Benzinpreise

Auf politischer Ebene erhöhte US-Präsident Trump den Druck auf die amerikanische Ölindustrie. Er forderte die Ölgesellschaften auf, die Benzinpreise für US-Verbraucher zu senken. Dabei kritisierte er Chevron-Chef Mike Wirth direkt dafür, dass dieser die Unterstützung der Trump-Regierung für die Ölindustrie nicht anerkenne.

Exportdaten zeigen leichten Rückgang

Auch auf der Exportseite gibt es bemerkenswerte Zahlen: Die Ausfuhren von Benzin und Mischkomponenten aus den EU-27-Staaten sowie dem Vereinigten Königreich in andere Regionen beliefen sich im Juni auf durchschnittlich 1,03 Millionen Barrel pro Tag. Im Juli lag dieser Wert noch bei durchschnittlich 1,06 Millionen Barrel pro Tag, wie Daten des Marktanalyseunternehmens Kpler zeigen. Der leichte Rückgang der Exportmengen spiegelt die insgesamt angespannte Lage auf dem europäischen Kraftstoffmarkt wider.

Für deutsche Anleger und Marktteilnehmer sind diese Entwicklungen relevant, da sie die Profitabilität europäischer Raffinerien und damit auch die Ergebnisse von Energieunternehmen direkt beeinflussen. Schwankende Raffineriemargen gelten als wichtiger Indikator für die Ertragskraft der Downstream-Sparte großer Ölkonzerne.

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