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Benzinmargen in Europa fallen wegen steigender Rohölpreise stark

Equinor und Trafigura verkaufen Benzin an Shell, während Raffineriemargen in Nordwesteuropa um 3,64 Dollar einbrechen.

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Benzinmargen in Europa fallen wegen steigender Rohölpreise stark

Die Raffineriemargen für Benzin in Nordwesteuropa sind am Montag deutlich unter Druck geraten. Sie fielen um 3,64 Dollar auf 20,58 Dollar pro Barrel – ein direktes Ergebnis des sprunghaften Anstiegs der Rohölpreise. Der Rückgang der Margen zeigt, wie empfindlich die europäische Raffinerieindustrie auf Preisbewegungen am Rohölmarkt reagiert.

Im Argus-Fenster wurden rund 8.000 Tonnen E5-Benzin-Bargen gehandelt. Dabei verkauften sowohl Trafigura als auch Equinor ihre Bestände an Shell. Zusätzlich wechselten etwa 3.000 Tonnen E10-Benzin-Bargen den Besitzer, wobei Petroineos an Van Raak verkaufte – zusammen mit geschätzten weiteren 1.000 Tonnen.

Iranische Spannungen treiben Rohölpreise nach oben

Der Auslöser für den Rohölpreisanstieg kam aus dem Nahen Osten. Die Ölpreise stiegen am Montag um mehr als 6 Dollar pro Barrel, nachdem die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, dass Teherans Verhandlungsteam den Nachrichtenaustausch mit den Vereinigten Staaten eingestellt habe. Diese Meldung sorgte an den Energiemärkten für erhebliche Unruhe.

Besonders alarmierend: Dem Bericht zufolge erwägen der Iran und seine verbündete „Front des Widerstands" Maßnahmen zur vollständigen Blockade der Straße von Hormus. Darüber hinaus stehe auch die Sperrung weiterer Wasserwege im Raum, darunter die Meerenge Bab al-Mandab. Beide Wasserstraßen sind für den globalen Öltransport von entscheidender strategischer Bedeutung.

Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Energierouten der Welt – rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren diesen engen Seeweg zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel. Eine Blockade hätte weitreichende Folgen für die Energieversorgung Europas und Asiens.

Rückgang der Exporte belastet europäische Notierungen zusätzlich

Neben den geopolitischen Entwicklungen drückten auch schwächere Exportzahlen auf die europäischen Benzinpreise. Laut Daten des Marktanalyseunternehmens Kpler beliefen sich die Exporte von Benzin und Mischkomponenten aus der EU-27 und dem Vereinigten Königreich im April auf durchschnittlich 954.000 Barrel pro Tag. Im März lag dieser Wert noch bei 811.000 Barrel pro Tag.

Der Anstieg der Exportmengen im April gegenüber März deutet auf eine veränderte Marktdynamik hin, die die europäischen Notierungen zusätzlich beeinflusste. Der grundlegende Druck auf die Raffineriemargen entstand jedoch primär dadurch, dass der Anstieg der Rohölkosten die Rentabilität der Benzinproduktion in der Region erheblich drückte.

Für deutsche Privatanleger und Marktteilnehmer verdeutlicht diese Entwicklung, wie eng Raffineriemargen, Rohölpreise und geopolitische Risiken miteinander verknüpft sind. Steigende Rohölpreise erhöhen zwar den Wert von Ölproduzenten, belasten aber gleichzeitig die Gewinnspannen von Raffinerien – ein klassisches Spannungsfeld im Energiesektor.

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