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Benteler-Chef: Aktives Risikomanagement statt Hoffnung auf Besserung

Autozulieferer Benteler setzt auf Flexibilität und lokale Lieferketten – CEO Ralf Göttel vertraut nicht auf eine Erholung der Konjunktur.

Benteler-Chef: Aktives Risikomanagement statt Hoffnung auf Besserung

Ralf Göttel, Chef des Stahlrohr- und Autozuliefererunternehmens Benteler, gibt sich keinen Illusionen hin. „Hoffnung ist keine Strategie", stellt er klar – und meint damit die aktuelle Lage der Autobranche und der Gesamtwirtschaft. Geopolitische Unsicherheiten, eine anhaltende Absatzkrise im Automobilsektor und eine schwache Konjunktur prägen das Umfeld, in dem Benteler operiert.

Göttel erwartet keine schnelle Verbesserung der Rahmenbedingungen. „Natürlich wäre eine andere Ausgangslage schöner: mehr Planbarkeit, andere politische Rahmenbedingungen", räumt der CEO ein. Doch auf solche Wunschszenarien will er sich nicht verlassen. Stattdessen richtet er seinen Fokus konsequent auf das, was er selbst beeinflussen kann.

Flexibilität als Kernstrategie

Das Stichwort lautet bei Benteler „aktives Risikomanagement". Konkret bedeutet das: Produktionskapazitäten werden flexibel aufgestellt, um schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf eine breite Aufstellung bei Märkten und Kunden, um Klumpenrisiken zu vermeiden.

Ein weiterer zentraler Baustein der Strategie sind lokale Lieferketten. Diese sollen dafür sorgen, dass weder steigende Zölle noch geopolitische Konflikte – wie etwa die Spannungen rund um die Straße von Hormus – das Geschäft empfindlich treffen. Für Zulieferer, die stark in globale Lieferketten eingebunden sind, ist das ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Herausforderungen für die gesamte Zuliefererbranche

Die Situation bei Benteler spiegelt wider, was viele Autozulieferer derzeit beschäftigt. Die Branche steht unter erheblichem Druck: Schwächelnde Absatzzahlen bei den Automobilherstellern, der Wandel zur Elektromobilität und ein unsicheres weltwirtschaftliches Umfeld belasten die gesamte Wertschöpfungskette. Wer in diesem Umfeld bestehen will, braucht mehr als Optimismus – er braucht eine klare operative Strategie.

Göttel scheint genau diesen Weg zu gehen. Anstatt auf externe Impulse zu warten, setzt Benteler auf strukturelle Anpassungsfähigkeit. Für Privatanleger, die Aktien aus dem Automobilsektor oder dem Zulieferumfeld im Depot halten, ist diese Haltung ein interessantes Signal: Unternehmen, die proaktiv auf Risiken reagieren statt zu hoffen, sind in volatilen Phasen oft widerstandsfähiger.

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