Bending Spoons: Vimeo-Eigentümer sammelt 1,68 Milliarden Dollar beim Börsengang ein
Das italienische Softwareunternehmen preiste seine Aktien bei 29 Dollar – über der angestrebten Spanne – und debütiert am Nasdaq.

Bending Spoons, das italienische Softwareunternehmen und Eigentümer von Vimeo und AOL, hat seinen US-Börsengang erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen legte den Ausgabepreis auf 29 Dollar pro Aktie fest – oberhalb der ursprünglich angestrebten Spanne von 26 bis 28 Dollar. Damit sammelte Bending Spoons insgesamt 1,68 Milliarden Dollar ein und zählt zu den größten Börsengängen eines europäischen Unternehmens in diesem Jahr.
Das Unternehmen und seine bestehenden Aktionäre verkauften rund 58 Millionen Aktien. In der letzten Finanzierungsrunde im Jahr 2025 wurde Bending Spoons mit 11 Milliarden Dollar bewertet. Die Aktien sollen ab Mittwoch am Nasdaq Global Select Market unter dem Tickersymbol „BSP" gehandelt werden. Als federführende Konsortialbanken fungieren Goldman Sachs Group, JPMorgan Chase und Allen & Co.
Belebung am US-IPO-Markt
Der Börsengang erfolgt zu einem günstigen Zeitpunkt: Der US-Markt für Börsengänge hat nach einer längeren Flaute wieder an Fahrt aufgenommen. Dem Debüt von SpaceX Anfang des Monats – dem laut Quelltext größten Börsengang aller Zeiten – folgte die Notierung von Cerebras Systems, was eine deutliche Belebung bei hochkarätigen Technologie-Emissionen signalisiert. Bending Spoons reiht sich damit in eine Serie aufsehenerregender Tech-IPOs ein.
Das in Mailand ansässige Unternehmen wurde 2013 von CEO Luca Ferrari mitgegründet und hat sich zu einem der profiliertesten Technologieunternehmen Europas entwickelt. Ferrari, der am Hauptsitz im Zentrum von Mailand oft in Sneakern und Oversized-Hoodies anzutreffen ist, beschreibt die Strategie des Unternehmens als „Hybrid" zwischen einem Private-Equity-Fonds und einem Technologieunternehmen wie Googles Muttergesellschaft Alphabet. „Wir sind Ingenieure und Wissenschaftler und verbringen fast unsere gesamte Zeit damit, Technologien und Produkte zu entwickeln", sagte er.
Strategie: Schwächelnde Software-Marken übernehmen und umbauen
Der Name Bending Spoons ist von einer Szene aus dem Science-Fiction-Film „Matrix" inspiriert. Das Unternehmen verfolgt eine klare Akquisitionsstrategie: Es kauft schwächelnde Softwaregeschäfte auf und restrukturiert diese grundlegend. Zu den bekanntesten übernommenen Marken zählen:
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Zur Aktienanalyse- Evernote (Notiz-App)
- WeTransfer (File-Sharing-Plattform)
- Vimeo (Video-Hosting-Dienst)
- Brightcove (Streaming-Technologieunternehmen)
- Meetup (Social-Networking-Plattform)
- AOL (Webportal)
Im Unterschied zu klassischen Private-Equity-Firmen verkauft Bending Spoons die erworbenen Unternehmen nicht weiter. Allerdings folgten auf die Übernahmen in der Vergangenheit oft tiefgreifende Restrukturierungen und ein erheblicher Stellenabbau. Dieses Modell macht das Unternehmen zu einem ungewöhnlichen Akteur im europäischen Tech-Ökosystem.
Der erfolgreiche Börsengang unterstreicht das anhaltende Interesse institutioneller Investoren an europäischen Technologieunternehmen mit klarem Geschäftsmodell – auch in einem Umfeld, in dem die gesamte Softwarebranche mit den Umwälzungen durch Künstliche Intelligenz zu kämpfen hat. Für deutsche Privatanleger ist der Börsengang von Bending Spoons besonders interessant, da das Unternehmen mit bekannten Marken wie Vimeo und AOL operiert und eine klar definierte Wachstumsstrategie verfolgt.

