BBC-Serie „Two Weeks in August": Bösartiges Urlaubsmelodram mit Tiefgang
Die neue BBC-Serie entführt sechs Freunde auf eine griechische Insel – und liefert voyeuristisches Vergnügen mit überraschender emotionaler Tiefe.

Die BBC-Produktion „Two Weeks in August" ist in diesem Sommer eine der meistdiskutierten britischen Serien. Sechs Freunde in der Lebensmitte versuchen, in einem „primitiven" und „wunderschönen" Haus mit Blick auf das tiefblaue Meer wieder zueinanderzufinden – und scheitern dabei auf unterhaltsam-bösartige Weise. Die Serie läuft samstags auf BBC1, alle Folgen sind bereits auf BBC iPlayer verfügbar.
Im Mittelpunkt steht das Ehepaar Zoe (Jessica Raine) und Dan (Damien Molony), das verspätet anreist, weil es einen günstigeren Flug gebucht hat. Mit zwei kleinen Kindern im Gepäck, finanziell angespannt und gereizt, brauchen die beiden dringend Erholung – doch mysteriöse Ereignisse aus der Heimat, die in der Auftaktepisode angedeutet werden, lasten schwer auf ihnen. Dan erweist sich als weinerlich und zurückhaltend, der von Zoe mehr Aufmerksamkeit einfordert als ihre eigenen Kinder.
Ein Ensemble voller Spannungen
Zur Gruppe gehören außerdem der Schauspieler Solomon (Nicholas Pinnock) und seine glamouröse Partnerin Jess (Antonia Thomas), deren Beziehung durch einen schwierigen kleinen Sohn und Solomons Teenagertochter aus einer früheren Ehe belastet wird. Nat (Leila Farzad) und Jacob (Hugh Skinner) sind erleichtert, nicht im schlechtesten Zimmer des Hauses zu landen – jenem, das normalerweise für Singles reserviert ist. Als Jacobs jugendliche Bekanntschaft Will (Dylan Brady) zufällig auftaucht, gerät auch ihre Freundschaft ins Wanken.
Bereits in der ersten alkoholreichen Nacht wird eine Grenze überschritten, die die ohnehin brüchige Fassade der Höflichkeit innerhalb der Gruppe weiter bröckeln lässt. Das Ensemble lebt von der Spannung zwischen langjähriger Freundschaft und den Rissen, die das Erwachsenenleben darin hinterlassen hat. Obwohl die Freunde in derselben Stadt wohnen, sehen sie sich kaum – die Banalitäten des Alltags halten sie auf Abstand.
Vergleiche mit „The White Lotus" sind unvermeidlich
Kritiker ziehen unweigerlich Parallelen zu „The White Lotus": die idyllische mediterrane Kulisse, der atonale, angstauslösende Soundtrack und die Vorliebe für soziale Grenzüberschreitungen verbinden beide Serien. Doch „Two Weeks in August" entwickelt eine eigene Identität, vor allem durch die Figur der Zoe. Sie kommt als schmerzhaft unterwürfige Frau auf der Insel an, die es jedem recht machen will – ihrer Mutter, ihren Freunden, ihrem Ehemann.
Im Verlauf der Serie findet jedoch eine allmähliche Verwandlung statt. Zoe schüttelt den Druck ab, gleichzeitig perfekte Mutter, Tochter und Ehefrau zu sein – und das ist laut Kritikern zutiefst befriedigend. Diese Entwicklung verleiht der Serie weit mehr Komplexität, als ihre sonnendurchflutete Verpackung zunächst vermuten lässt.
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Zur AktienanalyseStetiges Unbehagen als Unterhaltungsprinzip
Was die Serie besonders auszeichnet, ist ein konstantes Gefühl des Unbehagens, kombiniert mit einer gesunden Lust am Makabren. Die Zuschauer ahnen fast durchgehend, dass alles, was schiefgehen kann, auch schiefgehen wird – und genau das macht den Reiz aus. Wer sich nicht ständig fragt, wer eigentlich auf die Kinder aufpasst, während die Erwachsenen ihre Psychospiele ausleben, wird reichlich belohnt.
Früher galt es als soziale Zumutung, die Urlaubsfotos anderer ertragen zu müssen. Den schrecklichen Urlaub anderer zu verfolgen, ist jedoch ein Kinderspiel – wenn er so unterhaltsam und bösartig inszeniert ist wie in „Two Weeks in August".


