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BBC-Chef Brittin nennt Rundfunkgebühr ein „Modell von gestern"

Der neue BBC-Generaldirektor Matt Brittin stellt das traditionelle Finanzierungsmodell der Rundfunkgebühr grundsätzlich in Frage.

BBC-Chef Brittin nennt Rundfunkgebühr ein „Modell von gestern"

Der neue Generaldirektor der BBC, Matt Brittin, hat das traditionelle Modell der Rundfunkgebühr als „gescheitert" und „nicht mehr zeitgemäß" bezeichnet. In seinem ersten großen öffentlichen Auftritt seit der Übernahme des Senderpostens vor sechs Wochen äußerte sich der ehemalige Google-Manager vor Abgeordneten ungewöhnlich offen und kritisch gegenüber dem eigenen Finanzierungssystem. Brittin erklärte, die Rundfunkgebühr sei ein „Modell von gestern" – eine bemerkenswert deutliche Aussage für den Chef einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt.

Die BBC finanziert sich zum Großteil über eine jährliche Fernsehgebühr in Höhe von 180 Britischen Pfund, die von britischen Haushalten entrichtet werden muss. Dieses System ist seit Jahrzehnten das Rückgrat der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Senders. Doch die Zahl der zahlenden Haushalte ist in den letzten Jahren spürbar gesunken – ein Trend, der den Sender unter wachsenden finanziellen Druck setzt.

Reformgespräche mit der Regierung laufen

Vor diesem Hintergrund führt die BBC derzeit Gespräche mit der britischen Regierung über eine mögliche Reform des Gebührensystems. Brittin betonte dabei, dass der Sender im Rahmen des bestehenden Modells so viel wie möglich leisten wolle. Die genaue Richtung einer möglichen Reform ist jedoch noch offen.

Für deutsche Leser ist die Debatte durchaus vertraut: Auch in Deutschland steht das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem regelmäßig in der Kritik. Der deutsche Rundfunkbeitrag von derzeit 18,36 Euro pro Monat wird ebenfalls kontrovers diskutiert. Der Unterschied: In Großbritannien ist die Diskussion nun direkt vom Senderchef selbst angestoßen worden – ein ungewöhnlicher Schritt, der auf erheblichen Reformdruck hindeutet.

Brittin als Reformer an der BBC-Spitze

Matt Brittin, der zuvor als hochrangiger Manager bei Google tätig war, übernahm den Posten des BBC-Generaldirektors vor rund sechs Wochen. Sein Hintergrund in der digitalen Wirtschaft dürfte seine kritische Haltung gegenüber dem klassischen Gebührenmodell prägen. Die Aussagen vor den Abgeordneten sind sein erster bedeutender öffentlicher Auftritt in der neuen Rolle und setzen ein klares Signal: Brittin sieht die BBC vor einem grundlegenden Wandel.

Die Frage, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk in einer zunehmend digitalen Medienwelt nachhaltig finanziert werden kann, beschäftigt Sender und Regierungen in ganz Europa. Ob und wie die BBC ihr Finanzierungsmodell reformieren wird, bleibt abzuwarten – die Gespräche mit der Regierung laufen, und Brittins öffentliche Positionierung dürfte den Druck auf eine baldige Lösung erhöhen.

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