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Baywa vor massiven Einschnitten und personellen Veränderungen

Schulden, Zinsanstieg und Probleme bei der Erneuerbare-Energien-Tochter belasten den Konzern

Baywa vor massiven Einschnitten und personellen Veränderungen

Der hochverschuldete Agrarkonzern Baywa steht vor erheblichen Umstrukturierungen, die voraussichtlich auch personelle Konsequenzen nach sich ziehen werden. Ein Sanierungsgutachten, das derzeit kurz vor der Fertigstellung steht, sieht sowohl den Verkauf von Unternehmensteilen als auch Einschnitte im Personalbereich vor. Dies könnte besonders den Chef der Erneuerbare-Energien-Tochter Baywa r.e. betreffen, dessen Position bereits wackelt. Branchenkreisen zufolge müssen jedoch auch der CEO des Gesamtkonzerns, Marcus Pöllinger, sowie der Finanzvorstand Andreas Helber um ihre Positionen bangen.

Die Baywa hatte in der Vergangenheit stark in erneuerbare Energien und andere internationale Projekte investiert, was sich mit steigenden Zinsen und einem Schuldenberg von mehr als fünf Milliarden Euro als zunehmend problematisch herausgestellt hat. Um dem entgegenzuwirken, wurde ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben, das den Beteiligten demnächst vorgelegt werden soll. In einer ersten Phase wurde das Unternehmen bereits durch eine Kapitalspritze von 550 Millionen Euro stabilisiert, doch der weitere Kapitalbedarf ist weiterhin hoch. Auch eine mögliche Landesbürgschaft durch die bayerische Staatsregierung steht im Raum, wenngleich dies zu einem Beihilfeverfahren führen könnte.

Eine der Hauptursachen für die Schwierigkeiten des Unternehmens liegt in der Sparte der erneuerbaren Energien, genauer gesagt in der Tochtergesellschaft Baywa r.e. Diese entwickelt und betreibt Wind- und Solarparks und ist auch im Handel mit Solarmodulen tätig. Durch den Zinsanstieg hat sich der Verkauf dieser Projekte nach Fertigstellung jedoch erschwert, was zu finanziellen Engpässen führte. Das rasante Wachstum des Geschäftsbereichs war offenbar schneller als die Entwicklung interner Organisations- und Risikomanagementsysteme. Infolge dieser Probleme ist die Finanzvorständin der Baywa r.e., Mihaela Seidl, bereits zurückgetreten, und auch der Vorstandschef der Tochter, Matthias Taft, könnte demnächst folgen.

Die Zukunft des Baywa-Konzerns insgesamt bleibt ungewiss. Vor allem der CEO Marcus Pöllinger steht unter starkem Druck, da er die expansive Strategie seines Vorgängers Klaus Josef Lutz mitgetragen hatte. Nun wird überlegt, die Mehrheit der Baywa r.e. an den Mitgesellschafter EIP abzugeben, um so den Mutterkonzern zu entlasten. Gleichzeitig könnte der Solarmodulhandel, der besser zum Kerngeschäft passt, in den Konzern zurückgeführt werden. Pöllinger hat die Belegschaft bereits auf bevorstehende Einschnitte eingeschworen und betont, dass der Konzern flexibler, profitabler und innovativer werden müsse.

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