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Baywa-Sanierung in Gefahr: Ökostromtochter BayWa r.e. belastet Konzernumbau

Verschärfte Finanzprobleme bei der Tochter BayWa r.e. gefährden die geplante Sanierung bis 2028.

Baywa-Sanierung in Gefahr: Ökostromtochter BayWa r.e. belastet Konzernumbau

Die Sanierung des angeschlagenen Münchner Agrar- und Energiekonzerns Baywa gerät zunehmend unter Druck. Die Ökostromtochter BayWa r.e. entwickelt sich zum Problemfall und könnte die bis Ende 2028 geplante finanzielle Gesundung des Konzerns gefährden. In einer Pflichtmitteilung an die Börse warnte der Vorstand am Montagabend vor "wesentlichen Abweichungen" von der Geschäftsplanung bei der Tochtergesellschaft.

Die Geschäfte im Bereich erneuerbare Energien laufen deutlich schlechter als erwartet. Besonders problematisch: Der für die Sanierung zentrale Verkauf der BayWa r.e. könnte weniger Erlöse bringen als kalkuliert. Dies hätte direkte Auswirkungen auf die im Sanierungskonzept geplanten Gesamterlöse, so die Baywa AG. Der Vorstand betonte zwar seine Zuversicht für die erfolgreiche Sanierung, hat aber vorsorglich bereits Gespräche mit wichtigen Finanzierungspartnern und Hauptaktionären aufgenommen.

Internationale Marktentwicklungen belasten

Die Probleme bei BayWa r.e. sind hausgemacht und extern bedingt zugleich. Das Hauptgeschäft der Tochter - Planung und Bau von Wind- und Solarparks - leidet unter schwierigen Marktbedingungen in den USA und Europa. Besonders schwer wiegt die Entscheidung von US-Präsident Trump im Juli 2024, sämtliche Steuervorteile für erneuerbare Energien zu streichen. Auch in mehreren europäischen Ländern hat sich der Zubau von Wind- und Solarenergie spürbar verlangsamt.

Konkrete Zahlen zur finanziellen Lage der r.e. nannte der Konzern nicht. Klar ist aber: Die Refinanzierungsfähigkeit der Baywa AG am Ende des Sanierungszeitraums steht auf dem Spiel. Immerhin gibt es eine kleine Entwarnung - direkte negative Auswirkungen auf die Finanzlage der Baywa AG entstehen zunächst nicht, da die Tochter ohnehin bis zum Verkauf kein Geld an die Mutter abführen sollte. Allerdings könnte sich die Veröffentlichung des Jahresabschlusses verzögern.

Gescheiterte Expansion belastet weiter

Die Baywa steckt seit 2024 in einer tiefen Krise. Ursache ist eine missglückte internationale Expansion, bei der das für die Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung in Süd- und Ostdeutschland wichtige Unternehmen Bankschulden von über fünf Milliarden Euro angehäuft hatte. Ausgerechnet der Vorstoß ins Ökostromgeschäft, der eigentlich zusätzliche Erlöse generieren sollte, entwickelte sich zum Belastungsfaktor.

2024 schrieb der Konzern einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro. Die BayWa r.e. trug dabei einen beträchtlichen Teil bei, nicht zuletzt weil die Muttergesellschaft den Buchwert der Tochter in der Bilanz deutlich senken musste. Die r.e. ist kein vollständig kontrolliertes Tochterunternehmen, sondern ein Joint Venture mit dem Schweizer Investor EIP. Die Baywa hält 51 Prozent der Anteile, wollte diesen Anteil eigentlich bereits im Frühjahr 2025 auf 35 Prozent reduzieren. Der geplante Verkauf an EIP scheiterte jedoch.

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