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Baywa plant drastische Entlastung

Konzern reduziert Schulden und Belegschaft durch umfangreiche Verkäufe

Baywa plant drastische Entlastung

Der Münchner Mischkonzern Baywa steht vor einem der tiefgreifendsten Umbauprozesse seiner Unternehmensgeschichte. In den kommenden Jahren soll der Schuldenstand deutlich reduziert werden. Das Unternehmen plant, seine Verbindlichkeiten um gut vier Milliarden Euro zu senken und damit die finanzielle Basis nachhaltig zu stabilisieren. Der Vorstand kündigte an, sich dazu von einem erheblichen Teil des bestehenden Geschäftsportfolios zu trennen. Rund zwei Drittel der Aktivitäten sollen verkauft werden, um die notwendige Entlastung zu erzielen und die Verschuldung schrittweise zurückzuführen.

Der Konzern, der für die Landwirtschaft und die Lebensmittelversorgung eine bedeutende Rolle spielt, hatte bereits 2024 eine wirtschaftliche Schieflage erreicht. Ausschlaggebend waren insbesondere hohe Zinszahlungen auf Bankkredite von insgesamt 5,4 Milliarden Euro. Ein Teil davon wurde inzwischen beglichen, bislang beläuft sich die Tilgung auf 700 Millionen Euro. Weitere Rückzahlungen sollen folgen, sobald der Verkauf der niederländischen Tochtergesellschaft Cefetra abgeschlossen ist. Der Veräußerungsprozess war im ersten Anlauf gescheitert, soll nun jedoch noch vor Jahresende erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Der erwartete Erlös ist für die Tilgung zusätzlicher 600 Millionen Euro vorgesehen. Bis Ende 2028 sollen die Bankverbindlichkeiten schließlich auf rund 1,3 Milliarden Euro sinken.

Parallel zum strukturellen Umbau wird auch die Personalstruktur des Konzerns erheblich verändert. Die Belegschaft, die Ende 2023 weltweit mehr als 23.000 Personen umfasste, soll voraussichtlich um zwei Drittel reduziert werden. Nach Abschluss der Maßnahmen soll Baywa überwiegend als auf Deutschland konzentriertes Handelsunternehmen weitergeführt werden. Die Führung verbindet mit dieser Verschlankung die Erwartung, den Konzern wieder auf eine stabile Grundlage zu stellen.

Die Krise hat zudem juristische und organisatorische Folgen. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere frühere Vorstände eingeleitet. Parallel dazu stellte die Finanzaufsicht im Jahresabschluss 2023 Unregelmäßigkeiten fest. Der derzeitige Vorstand lässt mögliche Pflichtverletzungen ehemaliger Spitzenmanager prüfen. Auch die Rolle der bisherigen Aufsichtsräte wird in diesem Zusammenhang untersucht. Die Ergebnisse dieser internen Prüfung sollen auf der Hauptversammlung im kommenden Jahr vorgestellt werden. Zu den prominenteren Namen im Aufsichtsrat zählen der Bauernpräsident Joachim Rukwied sowie die CSU-Politikerin Monika Hohlmeier. Beide haben bisher nicht öffentlich Stellung zu den Erwartungen eines möglichen Rückzugs genommen.

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