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Baywa kämpft um die Zustimmung der Gläubiger

Umstrittenes Sanierungsverfahren und Verkauf von Konzernteilen im Fokus der Rettungsmaßnahmen

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Baywa kämpft um die Zustimmung der Gläubiger

Der Baywa-Konzern, einer der größten deutschen Agrar- und Baustoffhändler, befindet sich in einer ernsten finanziellen Krise. Ein Großteil der Gläubiger hat einem Refinanzierungspaket zugestimmt, das die Stabilisierung des Unternehmens bis 2027 sicherstellen soll. Doch einige Gläubiger verweigern bisher die Teilnahme, weswegen Baywa nun überlegt, das umstrittene Starug-Verfahren anzuwenden. Dieses Verfahren, offiziell Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz genannt, würde es dem Unternehmen ermöglichen, die widerspenstigen Gläubiger notfalls zur Teilnahme zu zwingen. Dabei wird jedoch betont, dass weder ein Schuldenschnitt noch ein Ausschluss der Kleinaktionäre vorgesehen ist.

Das Starug-Verfahren ist in der Öffentlichkeit umstritten, insbesondere aufgrund von Vorfällen bei anderen Unternehmen wie dem Autozulieferer Leoni, bei dem Kleinaktionäre im Zuge eines Kapitalschnitts ihre Anteile verloren. Bei Baywa jedoch plant man, dass sowohl die Gläubiger ihre Forderungen behalten als auch die Aktionäre ihre Anteile. Das Unternehmen möchte lediglich die Rückzahlungen von Krediten bis 2027 aussetzen, wobei die Gläubiger im Gegenzug erstmals Sicherheiten erhalten sollen.

Die Verhandlungen sind komplex, da der Genossenschaftssektor sowohl auf der Seite der Gläubiger als auch der Eigentümer stark vertreten ist. Unter den Kleinaktionären befinden sich viele Landwirte, weshalb eine Insolvenz oder die Ausbootung der Aktionäre vermieden werden soll. Baywa konnte sich Anfang der Woche mit den Banken auf ein Finanzierungspaket einigen, das eine Kapitalspritze von 500 Millionen Euro umfasst und ein Stillhalteabkommen bis Ende des Jahres verlängert. Bis dahin soll das endgültige Sanierungskonzept stehen.

Neben den finanziellen Maßnahmen steht Baywa vor weiteren einschneidenden Veränderungen. Ein Stellenabbau ist ebenso Teil des Sanierungsplans wie der Verkauf von Konzernteilen. Dabei plant das Unternehmen insbesondere, sich von der Mehrheitsbeteiligung an seiner Erneuerbare-Energien-Tochter Baywa r.e. zu trennen. Diese Sparte hatte in der Vergangenheit Wind- und Solarparks weltweit entwickelt, die sich nun jedoch schlecht verkaufen lassen. Die Verhandlungen mit dem Mitgesellschafter EIP laufen, wobei die Schweizer ihren Anteil auf bis zu 80 Prozent erhöhen könnten.

Im ersten Halbjahr 2024 verzeichnete Baywa erhebliche Verluste, was vor allem auf Abschreibungen zurückzuführen ist. Der Nettoverlust betrug nach Steuereffekten 290 Millionen Euro, während der Umsatz um knapp 15 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro zurückging.

BaywaFinanzenFinanzkrise

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