Bayer-Vergleich über 7 Milliarden Dollar und EZB-Nachfolge beherrschen Finanzmarkt
Pharmakonzern schlägt milliardenschweren Roundup-Vergleich vor, während Spekulationen um Lagardes vorzeitigen Rücktritt zunehmen.

Der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat am 18. Februar 2026 einen neuen Vergleichsvorschlag von über 7 Milliarden Dollar vorgelegt, um landesweite Sammelklagen im Zusammenhang mit seinem Unkrautvernichter Roundup beizulegen. Die Klagen werfen dem glyphosathaltigen Produkt vor, Krebs zu verursachen. Der Vorschlag sieht vor, Mittel für Zahlungen über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren bereitzustellen und bedarf der Genehmigung durch Gerichte in Missouri, wo die meisten Verfahren anhängig sind.
Der Vergleich würde Ansprüche von rund 65.000 Klägern abdecken und erhöht Bayers Gesamtverbindlichkeiten für die Rechtsstreitigkeiten von 7,8 Milliarden Euro auf 11,8 Milliarden Euro. Die Litigation belastet das Unternehmen seit der 63 Milliarden Dollar teuren Monsanto-Übernahme im Jahr 2018. Bayer sieht einen anstehenden Supreme-Court-Fall bezüglich bundesstaatlicher Kennzeichnungsvorschriften als entscheidend für die endgültige Beilegung der Streitigkeiten an. Die Bayer-Aktie reagierte mit einem Kurssprung von über 7 Prozent im DAX.
Spekulationen um EZB-Führung nehmen zu
Parallel dominierten Spekulationen über die Zukunft der Europäischen Zentralbank die Finanzmärkte. Berichten zufolge plant EZB-Präsidentin Christine Lagarde, vor dem offiziellen Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027 zurückzutreten. Quellen deuten darauf hin, dass Lagarde vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027 ausscheiden möchte, um dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz Einfluss auf die Nachfolgerwahl zu ermöglichen.
Die EZB betonte offiziell, Lagarde sei "völlig auf ihre Mission konzentriert" und habe keine Entscheidung getroffen. Analysten sehen den möglichen vorzeitigen Rückzug als strategischen Schachzug, um eine politische Blockade zu vermeiden, falls euroskeptische Kräfte in Frankreich an Macht gewinnen sollten. Als aussichtsreiche Nachfolgekandidaten gelten der ehemalige niederländische Notenbankchef Klaas Knot und der frühere spanische Zentralbankpräsident Pablo Hernández de Cos. Auch Bundesbankpräsident Joachim Nagel zeigt Interesse an der Position – Deutschland hatte noch nie den EZB-Vorsitz inne.
Deutsche Bauwirtschaft zeigt Erholungssignale
Der deutsche Bausektor sendet vorsichtig positive Signale. Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Baugenehmigungen für Wohnungsbau 2025 im Vergleich zu 2024 um 10,8 Prozent gestiegen sind – der erste Anstieg nach drei Jahren rückläufiger Zahlen. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) sieht den Sektor auf dem Weg "von der Wachstumsbremse zum Wachstumstreiber".
Branchenverbände mahnen jedoch zur Vorsicht. Nicht alle genehmigten Projekte werden tatsächlich realisiert. Prognosen deuten darauf hin, dass in diesem Jahr nur etwa 200.000 neue Wohneinheiten gebaut werden könnten – weit entfernt von den jährlich benötigten 400.000 Einheiten, um das Ziel zur Bekämpfung der Wohnungsknappheit bis 2030 zu erreichen.
Thyssenkrupp erwägt Börsengang der Materials-Sparte
Der Industriekonzern Thyssenkrupp beschleunigt seine Umstrukturierungspläne. Insidern zufolge erwägt das Unternehmen den Verkauf seiner Materials Services (MX)-Sparte, die über ein Drittel des Konzernumsatzes ausmacht, möglicherweise durch einen Börsengang bereits im Herbst 2026. Die Sparte könnte auf Basis von Branchenvergleichen mit rund 2 Milliarden Euro bewertet werden.
Die Entscheidung hängt von der Leistung im laufenden Geschäftsquartal bis März ab. Thyssenkrupp prüft eine Strukturierung als KGaA, um nach dem Verkauf die Kontrolle zu behalten. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Konzernreorganisation.
Tesla-Werk Grünheide: Gewerkschaftskonflikt eskaliert
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Zur AktienanalyseDie Arbeitskonflikte im Tesla-Werk Grünheide spitzen sich zu. Die IG Metall hat Strafanzeige wegen Verleumdung gegen Werksleiter André Thierig gestellt und eine einstweilige Verfügung beantragt. Tesla hatte einem Gewerkschaftsmitarbeiter vorgeworfen, eine Betriebsratssitzung aufgezeichnet zu haben. Die IG Metall weist die Anschuldigungen vehement zurück und spricht von einer "Inszenierung".
Zusätzlich bereitet die Gewerkschaft eine Klage wegen Behinderung der Gewerkschaftsarbeit vor und fordert die Untersuchungsergebnisse vor der Betriebsratswahl Anfang März. Der Konflikt überschattet Teslas ohnehin angespannte Situation in Europa, wo die EV-Verkäufe des Unternehmens um 27 Prozent zurückgingen, während chinesische Konkurrenten wie BYD Marktanteile gewannen.
Goldpreis erreicht Rekordhoch
Der Goldpreis kletterte Ende Januar auf ein Rekordhoch von fast 5.600 Dollar je Feinunze, bevor er sich stabilisierte. Finanzexperten empfehlen Privatanlegern physisches Gold weiterhin als langfristigen Krisenschutz, während spezialisierte Goldwertpapiere Möglichkeiten zur steuerlichen Optimierung bieten könnten.


