Bayer sieht sich neuen PCB-Klagen gegenüber
Aktienkurs fällt, während juristische Herausforderungen aus Monsanto-Zeiten bestehen bleiben

Bayer sieht sich erneut mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert, nachdem der höchste Gerichtshof im Bundesstaat Washington beschlossen hat, eine Klage wegen polychlorierter Biphenyle (PCB) zu prüfen. Diese giftigen Chemikalien, die seit 1979 verboten sind, sollen bei drei Lehrkräften Hirnschäden verursacht haben. Die Klage steht im Zusammenhang mit den Altlasten der Übernahme von Monsanto und führte zu einem signifikanten Rückgang des Aktienkurses von Bayer, der zwischenzeitlich um mehr als sieben Prozent fiel.
Im Mai hatte ein Berufungsgericht die Entscheidung einer Jury, die Bayer zu einer Entschädigungszahlung von 185 Millionen Dollar verurteilt hatte, zurückgewiesen. Bayer geht davon aus, dass der höchste Gerichtshof von Washington diese Rückweisung aufrechterhalten wird. Das Unternehmen argumentiert, dass der Bundesstaat Washington nicht die Gesetze des Bundesstaates Missouri anwenden dürfe und dass die hohen Strafschadenersatz-Zahlungen, die in Washington üblich sind, rechtlich nicht zulässig seien.
Der aktuelle Fall ist der erste in einer Reihe von Klagen, die bei den Berufungsgerichten anhängig sind und in denen es insgesamt um Forderungen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar geht. Diese rechtlichen Auseinandersetzungen sind Teil des Erbes, das Bayer aus der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 mitgenommen hat. In den letzten Jahren standen vor allem die Glyphosat-Klagen im Fokus der Bayer-Juristen, obwohl das Unternehmen auch in diesen Fällen einige Erfolge vor Gericht erzielen konnte.
Im August konnte Bayer einen juristischen Erfolg verbuchen, als ein Bundesberufungsgericht in Philadelphia die Vorwürfe gegen Monsanto zurückwies. Der Kläger, ein Gartenbauer, war an Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt und hatte geltend gemacht, dass Monsanto auf der Verpackung des Glyphosat-haltigen Unkrautvernichters Roundup einen Warnhinweis hätte anbringen müssen. Trotz dieser Erfolge sieht sich Bayer mit etwa 57.000 noch nicht entschiedenen Klagen wegen Roundup konfrontiert.
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Zur AktienanalyseDie PCB-Klagen, die bis in die 80er-Jahre zurückreichen, könnten für Bayer potenziell hohe Kosten verursachen. So einigte sich das Unternehmen erst im Juli mit der Stadt Seattle auf die Zahlung von 160 Millionen Dollar. Monsanto wurde vorgeworfen, das Abwassersystem der Stadt und den Lower Duwamish River mit den giftigen Chemikalien kontaminiert zu haben. Bayer hatte in diesem Zusammenhang 35 Millionen Dollar für PCB-Sanierungsmaßnahmen und 125 Millionen Dollar für andere Ansprüche eingeplant, ohne dabei eine Haftung oder ein Fehlverhalten einzugestehen. Seattle hatte bereits festgestellt, dass Monsanto von 1935 bis 1977 PCBs für den kommerziellen Gebrauch verkauft hatte, während das Unternehmen gewusst habe, dass diese die Umwelt schädigen könnten.


