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Bayer prüft Monsanto-Insolvenz als letzte Lösung

Glyphosat-Klagen könnten durch drastische Maßnahme beendet werden – Risiken für Konzern allerdings hoch

Bayer prüft Monsanto-Insolvenz als letzte Lösung

Bayer erwägt offenbar, den Konzern Monsanto in die Insolvenz zu schicken, um damit die laufenden Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA endgültig zu beenden. Dies berichten mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf interne Quellen. Hintergrund der Überlegungen sind die hohen finanziellen Belastungen, welche die Rechtsstreitigkeiten rund um den Unkrautvernichter Glyphosat bereits verursacht haben. Seit Jahren beschäftigt der Rechtsstreit Bayer intensiv, insbesondere nachdem der Konzern Monsanto für 63 Milliarden Dollar übernommen hatte und damit auch für die Rechtsrisiken verantwortlich wurde.

Unter Leitung von CEO Bill Anderson und Cheflobbyist Matthias Berninger hat Bayer in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um das Glyphosat-Problem zu lösen. Dazu gehörten politische Einflussnahme in den USA, Verhandlungen über außergerichtliche Vergleiche sowie der Versuch, Unterstützung durch den Obersten Gerichtshof der USA zu erhalten. Besonders aktiv bemüht sich Bayer um politische Lösungen, die gesetzgeberische Anpassungen im Sinne des Konzerns bewirken könnten. Ziel dieser Bemühungen ist es, den anhaltenden Klagen endlich ein Ende zu setzen und die damit verbundenen Milliardenkosten zu stoppen.

Trotz der Bemühungen von Bayer sind nicht alle Beteiligten überzeugt, dass Glyphosat unbedenklich ist. Ein prominenter Kritiker ist der aktuelle US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy, der früher selbst als Anwalt Kläger gegen Monsanto vertrat. Kennedy hält das Mittel weiterhin für gesundheitsgefährdend und sorgt so für weiteren politischen Druck auf Bayer. Als Reaktion auf diese anhaltende Kritik hat Bayer wiederholt gedroht, Glyphosat vom US-Markt zu nehmen, was möglicherweise höhere Kosten für Landwirte und steigende Lebensmittelpreise zur Folge hätte.

Eine Insolvenz von Monsanto könnte als radikale Lösung dazu dienen, die anhängigen Klagen zu stoppen und damit die Rechtsrisiken zu begrenzen. Allerdings birgt diese Strategie erhebliche Risiken für Bayer, wie ähnliche Fälle in der Vergangenheit gezeigt haben. Der amerikanische Pharmakonzern Johnson & Johnson beispielsweise hat bereits mehrfach vor Gericht Rückschläge erlitten, als er eine vergleichbare Strategie verfolgte.

Eine Insolvenz Monsantos wäre zudem eine indirekte Anerkennung der schweren strategischen Fehlentscheidung, die Übernahme überhaupt durchgeführt zu haben. Kritiker sehen den Kauf von Monsanto ohnehin als eine der folgenschwersten Fehlinvestitionen der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte an, auch wenn Bayer diesen Vorwurf offiziell stets zurückgewiesen hat. Die Entscheidung für den Kauf wurde jedoch nicht von der aktuellen Konzernspitze getroffen, sondern noch unter der Führung des früheren CEO Werner Baumann und des damaligen Aufsichtsratschefs Werner Wenning.

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