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Bayer-Aktie vor Wendepunkt: Supreme Court entscheidet über Glyphosat-Klagen

Der US-Supreme Court könnte bereits am Freitag über Bayers Berufung im Glyphosat-Streit entscheiden. Nach positiver Empfehlung der US-Regierung steigen die Chancen auf Rechtssicherheit für den DAX-Konzern deutlich.

Bayer-Aktie vor Wendepunkt: Supreme Court entscheidet über Glyphosat-Klagen

Für Bayer (ISIN: DE000BAY0017) steht im langjährigen Glyphosat-Rechtsstreit eine möglicherweise wegweisende Entscheidung bevor. Der Oberste Gerichtshof der USA wird voraussichtlich am Freitag oder spätestens am kommenden Dienstag bekanntgeben, ob er Bayers Berufungsantrag in einem Schlüsselverfahren annimmt.

Positive Signale aus Washington

Die Erfolgsaussichten für den Leverkusener Konzern haben sich deutlich verbessert. Der Generalanwalt der US-Regierung sprach überraschend eine positive Empfehlung für die Annahme des Falls aus. Historisch folgt der Supreme Court solchen Stellungnahmen in der Regel, was Bayer neue Hoffnung auf ein Ende der kostspieligen Klagewelle gibt.

Kernfrage: Bundesrecht gegen Einzelstaatsrecht

Im Zentrum steht der Fall des Klägers John Durnell aus Missouri, dem Gerichte 1,25 Millionen Dollar Schadensersatz zusprachen. Die entscheidende Rechtsfrage lautet: Kann Bundesrecht die Klagemöglichkeiten nach einzelstaatlichem Recht ausschließen? Bayer argumentiert, dass die US-Umweltbehörde EPA Glyphosat nicht als krebserregend einstuft und keine Warnhinweise auf Produkten vorschreibt. Unternehmen, die sich an bundesrechtliche Vorgaben halten, dürften daher nicht haftbar gemacht werden.

Dritter Anlauf vor höchstem Gericht

Für Bayer ist es bereits der dritte Versuch vor dem Supreme Court. Zwei frühere Anläufe scheiterten 2022, nachdem der Generalanwalt damals von einer Annahme abgeraten hatte. Diesmal rechnet sich der Konzern bessere Chancen aus, auch weil inzwischen widersprüchliche Urteile verschiedener Bundesberufungsgerichte vorliegen.

Milliardenlast drückt auf Bilanz

Die finanziellen Dimensionen sind erheblich: Bayer hat bereits rund zehn Milliarden Dollar für die Beilegung von Glyphosat-Klagen gezahlt. Für die zuletzt etwa 65.000 offenen Fälle bildete der Konzern Rückstellungen von knapp sieben Milliarden Euro. Diese Altlast aus der Monsanto-Übernahme belastet die Bayer-Aktie seit Jahren.

Anderson plant Ausstiegsszenario

Vorstandschef Bill Anderson hat sich zum Ziel gesetzt, die Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 signifikant einzudämmen. Bereits 2023 stoppte Bayer den Verkauf glyphosathaltiger Produkte an US-Privatkunden. Anderson schließt mittlerweile sogar einen vollständigen Rückzug aus dem US-Glyphosatgeschäft nicht mehr aus.

Ausblick für Anleger

Eine positive Entscheidung des Supreme Court könnte der seit Jahren unter Druck stehenden Bayer-Aktie wichtige Impulse geben. Rechtssicherheit würde nicht nur weitere Klagen eindämmen, sondern auch die Planbarkeit für Investoren deutlich erhöhen. Der DAX-Konzern könnte sich dann stärker auf sein Pharmageschäft konzentrieren, das zuletzt wieder vielversprechende Entwicklungen zeigte.

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