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Bayer-Aktie steigt: Supreme Court prüft Roundup-Klagen

Der Oberste US-Gerichtshof wird über Bayers Antrag zur Begrenzung der Roundup-Klagen entscheiden. Die Aktie des deutschen Konzerns reagierte mit einem Kurssprung von fast 5 Prozent.

Bayer-Aktie steigt: Supreme Court prüft Roundup-Klagen

Der Supreme Court der USA hat am Freitag zugestimmt, Bayers Berufung in einem wegweisenden Roundup-Fall anzuhören. Für den deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzern könnte dies eine entscheidende Wende im jahrelangen Rechtsstreit bedeuten, der das Unternehmen bereits Milliarden gekostet hat.

Die Richter werden den Fall des Klägers John Durnell prüfen, der nach jahrelanger Exposition gegenüber dem Unkrautvernichter an einem Non-Hodgkin-Lymphom erkrankte. Ein Geschworenengericht in St. Louis hatte ihm eine Entschädigung von 1,25 Millionen Dollar zugesprochen – eine Entscheidung, die das Berufungsgericht von Missouri bestätigte.

Kernfrage: Bundesrecht vor Einzelstaatsrecht

Im Zentrum des Rechtsstreits steht die Frage, ob Bundesgesetze zur Pestizidregulierung Klagen nach einzelstaatlichem Recht ausschließen. Bayer argumentiert, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA kein erhöhtes Krebsrisiko durch Roundup festgestellt und keine entsprechenden Warnhinweise vorgeschrieben habe. Das Unternehmen betont, dass es dem Produkt keine zusätzlichen Warnungen über das von der EPA genehmigte Etikett hinaus hinzufügen dürfe.

"Es ist an der Zeit, dass das US-Rechtssystem feststellt, dass Unternehmen nicht aufgrund von Einzelstaatsgesetzen bestraft werden dürfen, wenn sie die bundesstaatlichen Vorschriften für Warnhinweise einhalten", erklärte Bayer-CEO Bill Anderson. Er bezeichnete die Entscheidung des Gerichts als "wichtigen Schritt" in der Strategie zur Eindämmung des Rechtsstreits.

Rückendeckung von der Trump-Regierung

Bedeutende Unterstützung erhält Bayer von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump. US-Solicitor General D. John Sauer forderte den Supreme Court im Dezember auf, Bayers Berufung anzunehmen, und bestätigte in einem Schriftsatz die Rechtsauffassung des Konzerns.

Die Anwälte von Durnell argumentieren hingegen, ihr Mandant habe sich bei der Kaufentscheidung auf Bayers Werbung verlassen – nicht nur auf das Etikett. Das Marketing des Unternehmens habe es versäumt, Verbraucher vor den Risiken zu warnen.

65.000 Klagen und 10 Milliarden Dollar Vergleichszahlungen

Bayer sieht sich derzeit rund 65.000 Klagen von Klägern gegenüber, die behaupten, durch die Verwendung von Roundup – entweder zu Hause oder am Arbeitsplatz – an Non-Hodgkin-Lymphomen und anderen Krebsarten erkrankt zu sein. Das Unternehmen hatte bereits etwa 10 Milliarden Dollar gezahlt, um die meisten bis 2020 anhängigen Klagen beizulegen.

Eine Einigung für zukünftige Fälle konnte jedoch nicht erzielt werden, und neue Klagen gehen weiterhin ein. Roundup gehört zu den am weitesten verbreiteten Unkrautvernichtern in den USA. Bayer hatte das Produkt 2018 im Rahmen der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Monsanto erworben.

Entscheidung könnte Großteil der Klagen beenden

Für Bayer steht viel auf dem Spiel: Ein Urteil des Supreme Court zugunsten des Bundesrechts würde die überwiegende Mehrheit der anhängigen Rechtsstreitigkeiten beenden. Das Unternehmen hat den Obersten Gerichtshof zu einem zentralen Bestandteil seiner Strategie zur Bewältigung der Roundup-Problematik gemacht.

Der Termin für die mündlichen Verhandlungen wurde noch nicht bekanntgegeben. Anleger reagierten optimistisch auf die Nachricht – die Bayer-Aktie legte nach Bekanntwerden der Entscheidung fast 5 Prozent zu.

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