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Bausparverträge erleichtern Haus-Sanierungen

Eigentümer zögern wegen hoher Kosten und komplizierter Finanzierungsmöglichkeiten

Bausparverträge erleichtern Haus-Sanierungen

Die Sanierung von Eigenheimen ist eine Aufgabe, die sowohl Zeit als auch erhebliche finanzielle Mittel erfordert. Insbesondere energetische Sanierungen können jedoch langfristig die Heizkosten senken und den Wert einer Immobilie steigern. Eine Analyse von Immoscout24 zeigt, dass der Wert eines Hauses nach einer Sanierung um bis zu 17 Prozent steigen kann, vor allem bei älteren Einfamilienhäusern, die vor 2013 gebaut wurden. Häuser aus den Baujahren 1979 bis 1990 profitieren dabei besonders stark von kleineren Sanierungsmaßnahmen. Trotzdem ist die Sanierungsquote in Deutschland mit 0,7 Prozent sehr niedrig, und das Interesse am Kauf sanierungsbedürftiger Immobilien bleibt gering.

Ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung vieler Immobilienbesitzer ist die Unsicherheit hinsichtlich der Finanzierung. Laut Robert Tzschöckel von der Baufinanzierungsberatung Zinsbewusst gibt es zwar zahlreiche staatliche Förderprogramme, diese setzen jedoch meist eine umfassende Sanierung voraus, was viele Eigentümer abschreckt. Daher werden oft nur schrittweise Sanierungen durchgeführt, bei denen Investitionen in der Regel zwischen 10.000 und 50.000 Euro liegen. Da nicht alle Eigentümer über solche Mittel verfügen, stellen Bausparverträge eine mögliche Finanzierungsalternative dar. Die Verbraucherzentrale Hamburg weist darauf hin, dass Sanierungsdarlehen aus einem Bausparvertrag eine sinnvolle Option sein können, insbesondere da Banken für kleinere Darlehen oft höhere Zinsen verlangen.

Die Bedeutung von Bausparverträgen für die Finanzierung von Modernisierungen zeigt sich auch in den jüngsten Zahlen der Bausparkassen. Laut Christian König, dem Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen, haben diese zuletzt jährlich rund 40 Milliarden Euro an Baugeldern ausgezahlt. Davon flossen gut zwei Drittel in die Modernisierung bestehender Immobilien, wobei ein Großteil dieser Mittel in energetische Sanierungen investiert wurde. Seit 2021 dürfen Bausparkassen zudem bis zu 50.000 Euro als Blankodarlehen ohne Grundbucheintrag vergeben, was zusätzliche Kosten für die Kreditnehmer erspart.

Ein Bausparvertrag bietet den Vorteil, dass die Darlehenszinsen von Anfang an feststehen, auch wenn es einige Jahre dauern kann, bis das Darlehen tatsächlich ausgezahlt wird. Allerdings sind die Zinsen in der Ansparphase oft niedriger, und es fallen zusätzliche Abschlussgebühren an. Alternativ besteht die Möglichkeit eines Vorausdarlehens, bei dem das Darlehen sofort ausgezahlt wird, aber zunächst nicht getilgt wird. Stattdessen schließt der Kunde einen Bausparvertrag ab, der später zur Ablösung des Darlehens verwendet wird. Diese Finanzierungsform gilt jedoch als relativ teuer.

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