Baugenehmigungen steigen auf Drei-Jahres-Hoch
Trotz Zuwachs bleiben Wohnungsbauziele unerreichbar – Experten warnen vor Einbruch

Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist im Januar den zweiten Monat in Folge gestiegen und hat den stärksten Zuwachs seit drei Jahren verzeichnet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden wurden 18.000 neue Wohnungen genehmigt, was einem Anstieg von 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Bereits im Dezember war erstmals seit längerem ein Zuwachs von 5,1 Prozent verzeichnet worden, nachdem die Genehmigungszahlen seit April 2022 durchgängig rückläufig gewesen waren.
Im vergangenen Jahr wurden lediglich 215.900 Neubauwohnungen genehmigt. Dies war die niedrigste Zahl seit dem Jahr 2010. Besonders stark stieg im Januar die Zahl der genehmigten Einfamilienhäuser, die um 21,7 Prozent auf 3.400 zunahm. Die Zahl der Zweifamilienhäuser ging hingegen um 10,1 Prozent auf 1.000 zurück. Die größte Kategorie, die Mehrfamilienhäuser, verzeichnete ein Plus von 5,8 Prozent auf 9.800 genehmigte Wohnungen.
Trotz des aktuellen Anstiegs geben Immobilienexperten keine Entwarnung für den Wohnungsbau in Deutschland. In ihrem Frühjahrsgutachten prognostizieren die sogenannten Immobilienweisen für das laufende Jahr rund 210.000 Baugenehmigungen. Dies würde einen Rückgang um 45 Prozent gegenüber dem Jahr 2023 bedeuten. Die erteilten Baugenehmigungen gelten als Frühindikator für die zukünftige Bautätigkeit. Für das Jahr 2025 erwarten die Fachleute eine Fertigstellung von 230.000 neuen Einheiten, was deutlich unter dem ursprünglichen Ziel der Bundesregierung von 400.000 Neubauten pro Jahr liegt.
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Zur AktienanalyseSteigende Zinsen und hohe Materialkosten haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass viele Bauprojekte verschoben oder ganz gestrichen wurden. Viele Bauherren sehen sich mit finanziellen Unsicherheiten konfrontiert, was sich negativ auf die gesamte Branche auswirkt. Die aktuelle Entwicklung der Baugenehmigungen zeigt zwar eine kurzfristige Verbesserung, doch die strukturellen Herausforderungen im Wohnungsbau bestehen weiterhin.


