Bauernhof-Paar mit 2,2 Millionen Dollar plant Ruhestand im Ausland
Ein amerikanisches Ehepaar, beide 59, hat 2,2 Millionen Dollar gespart und will mit 60 Jahren in Rente gehen – im Ausland.

Ein Ehepaar aus Iowa steht vor einer Frage, die viele Anleger beschäftigt: Reicht das angesparte Vermögen für einen frühen Ruhestand im Ausland? Beide Partner sind 59,5 Jahre alt und verfügen gemeinsam über rund 2,2 Millionen US-Dollar in 401(k)-Plänen und IRAs. Der Ruhestand ist für das kommende Jahr geplant – mit 60 Jahren.
Das Paar lebt auf einem Bauernhof in Iowa, den es 2018 bar gekauft hat. Es besteht keine Hypothek auf das Anwesen. Zusätzlich betreiben die beiden eine kleine Bar sowie einen Plattenladen in ihrer ländlichen Gemeinde. Dazu kommt ein Produktionsbetrieb für patentierte Schallplattenhalter. Zusammen erwirtschaften diese Unternehmen rund 65.000 US-Dollar jährlich und decken damit das laufende Einkommen des Paares.
Die Vermögensstruktur im Überblick
Von den 2,2 Millionen Dollar entfallen etwa 480.000 US-Dollar auf eine geerbte IRA, die innerhalb der nächsten acht Jahre ausgezahlt werden muss – eine sogenannte Inherited IRA mit festgelegtem Auszahlungszeitraum. Darüber hinaus besitzen beide Partner jeweils eine Roth IRA, die selbst verwaltet wird, mit einem Gesamtguthaben von rund 40.000 US-Dollar. Roth IRAs sind in den USA besonders attraktiv, da Auszahlungen im Ruhestand in der Regel steuerfrei erfolgen.
Das Paar hat nach eigenen Angaben keine nennenswerten Schulden – lediglich ein Darlehen für das Bargebäude zu einem äußerst günstigen Zinssatz von 1 Prozent besteht noch. Dieser Zinssatz ist selbst im historischen Vergleich sehr niedrig und stellt kaum eine finanzielle Belastung dar.
Sozialversicherung und Übergang in den Ruhestand
Die erwarteten Leistungen aus der amerikanischen Sozialversicherung (Social Security) belaufen sich zum frühestmöglichen Auszahlungszeitpunkt auf etwa 30.000 US-Dollar jährlich. Das Paar plant, diese Leistungen nicht aufzuschieben, sondern so früh wie möglich abzurufen. In den USA ist der früheste Zeitpunkt für den Bezug von Social-Security-Leistungen das Alter von 62 Jahren – ein früherer Abruf bedeutet jedoch dauerhaft reduzierte monatliche Zahlungen im Vergleich zum vollen Rentenalter.
Um den Übergang in den Ruhestand zu erleichtern, zieht sich einer der Partner schrittweise aus dem Bargeschäft zurück. Ein neuer Geschäftspartner soll übernehmen und dem Paar die nötige Freiheit verschaffen, den Ruhestand zu genießen. Das Ziel: mit 60 Jahren in den Ruhestand einzutreten und ins Ausland zu ziehen.
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Zur AktienanalyseBescheidener Lebensstil mit Fragen zur Zukunft
Das Paar beschreibt seinen Lebensstil selbst als nicht luxuriös – stellt sich aber die Frage, ob es sich künftig mehr leisten könnte und sollte. „Wir führen keinen luxuriösen Lebensstil, aber manchmal überlegen wir, ob wir uns nicht etwas mehr gönnen sollten", heißt es in der Schilderung des Paares gegenüber MarketWatch.
Für deutsche Privatanleger ist dieses Fallbeispiel aus mehreren Gründen interessant. Es zeigt, wie eine Kombination aus schuldenfreiem Immobilienbesitz, laufenden Unternehmenseinnahmen und einem diversifizierten Anlageportfolio eine solide Basis für den frühen Ruhestand bilden kann. Gleichzeitig verdeutlicht es die Komplexität der Ruhestandsplanung: Steuerliche Aspekte wie die Pflichtauszahlungen aus der geerbten IRA, der optimale Zeitpunkt für den Rentenbeginn und die Frage des Auslandsruhestands erfordern sorgfältige Planung und professionelle Beratung.


