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Baubranche steht vor weiteren Einschnitten

Jobabbau und sinkende Umsätze prägen auch das kommende Jahr

Baubranche steht vor weiteren Einschnitten

Die Baubranche in Deutschland steht weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Aufgrund des schwächelnden Wohnungsbaus wird auch im kommenden Jahr mit einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen gerechnet. Laut Wolfgang Schubert-Raab, dem Präsidenten des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), wird die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe 2024 um 15.000 und 2025 um weitere 7.000 auf insgesamt 905.000 sinken. Damit verzeichnet die Branche erstmals seit 2009 einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen, nachdem sie über Jahre hinweg von einem Immobilienboom profitiert hatte.

Die Krise zeigt sich auch bei den Umsätzen. Für 2025 prognostiziert der ZDB reale Erlöse von knapp 160 Milliarden Euro, was inflationsbereinigt einem Rückgang von 2,5 bis drei Prozent entspricht. Bereits im laufenden Jahr sank der Umsatz um rund vier Prozent. Dieser Trend hat laut Schubert-Raab direkte Auswirkungen auf die Stabilität der Unternehmen, da Insolvenzen zunehmend ein Thema werden. Dennoch bewertet er den Stellenabbau als moderat, da dieser größtenteils über natürliche Fluktuation stattfindet und nur wenige Kündigungen erforderlich sind.

Der Wohnungsbau bleibt weiterhin eine Problemzone. Statt der ursprünglich von der Ampel-Koalition angestrebten 400.000 neuen Wohneinheiten pro Jahr werden 2024 nur 250.000 bis 255.000 Fertigstellungen erwartet. Im darauffolgenden Jahr dürfte diese Zahl sogar auf etwa 220.000 sinken. Parallel dazu prognostiziert der ZDB für den Wohnungsbau einen realen Umsatzrückgang von 14 Prozent in diesem Jahr und weiteren sieben Prozent für 2025. Ursachen hierfür sind unter anderem eine fehlende Neubauförderung und hohe Baukosten.

Im Gegensatz dazu zeigt sich der Tiefbau robuster. Während der Hochbau sowohl 2024 als auch 2025 Rückgänge verzeichnen dürfte, wird im Tiefbau ein Wachstum erwartet. Vor allem Investitionen in Infrastrukturprojekte wie den Schienenausbau, Stromtrassen oder Breitbandnetze sorgen hier für positive Impulse. Im öffentlichen Bau rechnet der ZDB im kommenden Jahr mit einem Umsatzanstieg von drei Prozent, bevor eine Stagnation eintreten könnte.

Die Bauwirtschaft fordert daher von der Politik stärkere Unterstützung. Neben zusätzlichen Förderprogrammen und einer Reduzierung von Baukosten seien auch weniger Auflagen bei energetischen Standards erforderlich. Schubert-Raab betonte die Bedeutung des geplanten Gebäudetyp E, der kostengünstigeres Bauen ermöglichen soll, ohne auf notwendige Standards zu verzichten. Ziel sei es, die Baukosten an die finanzielle Leistungsfähigkeit der Bauherren anzupassen, um die Branche langfristig zu stabilisieren.

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