Bau der A-Nord Stromtrasse beginnt
Windkraft aus der Nordsee soll Nordrhein-Westfalen versorgen

Der Bau der Erdkabeltrasse A-Nord, die Windkraft von der Nordsee nach Nordrhein-Westfalen transportieren soll, hat offiziell in Emden begonnen. Dieses ehrgeizige Projekt wird ab 2027 jährlich eine Kapazität von zwei Gigawatt liefern. Umgerechnet entspricht dies der Energieversorgung von rund zwei Millionen Haushalten oder zwei Atomkraftwerken.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), zusammen mit Landespolitikern Olaf Lies (SPD) und Christian Meyer (Grüne), gaben zusammen mit dem Netzbetreiber Amprion im niedersächsischen Meppen den Startschuss. Diese Initiative steht im Einklang mit dem Ziel Deutschlands, bis 2038 schrittweise alle Kohlekraftwerke abzuschalten. Die Stromtrasse A-Nord wird dazu beitragen, die entstehende Versorgungslücke mit erneuerbarer Windkraft von der Nordseeküste zu füllen.
Trotz der positiven Schritte in Richtung erneuerbare Energien äußerte Minister Habeck Bedenken hinsichtlich der Geschwindigkeit der Implementierung von Energiewende-Projekten. Seiner Meinung nach hätte Deutschland mit solchen Projekten beginnen sollen, als der Atomausstieg beschlossen wurde. "Die Leitungen kommen fünf bis sechs Jahre zu spät", bemerkte Habeck.
Die geplante Trasse, die in Emden beginnt und in Meerbusch-Osterath in Nordrhein-Westfalen endet, erstreckt sich über eine Distanz von rund 300 Kilometern. Im Unterschied zu herkömmlichen Freileitungen werden für dieses Projekt Erdkabel verwendet. Obwohl teurer, beeinträchtigen Erdkabel die Landschaft weniger und die damit verbundenen Mehrkosten werden durch die Netzentgelte an die Verbraucher weitergegeben.
Die Kabel werden in einer Tiefe von etwa 1,5 Metern verlegt, wodurch die Landwirte den Boden darüber im Allgemeinen weiterhin nutzen können. Es gibt jedoch Einschränkungen: Tiefwurzelnde Pflanzen dürfen nicht auf dem Schutzstreifen über den Kabeln wachsen und Bautätigkeiten sind dort untersagt.
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Zur AktienanalyseDie A-Nord-Trasse wird in Osterath mit der geplanten Ultranet-Leitung verbunden, die den Windstrom weiter bis nach Philippsburg in Baden-Württemberg leitet. Dieser Gesamtkorridor, bezeichnet als Korridor A, wird von Amprion als eine der "Hauptschlagadern der Energiewende" beschrieben.
Der transportierte Strom wird in Hochspannungs-Gleichstrom-Technik übertragen, was ideal ist, um große Mengen an Energie mit minimalen Verlusten über weite Strecken zu bewegen. Da jedoch das Hauptübertragungsnetz in Deutschland Wechselstrom verwendet, sind Konverterstationen in Emden und Osterath notwendig. Diese Stationen konvertieren Wechselstrom in Gleichstrom und umgekehrt, wodurch der Anschluss an das 380-Kilovolt-Wechselstromnetz ermöglicht wird.

