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BASF verfehlt Konsens: Deutsche Wirtschaft unter Druck

Schwache Unternehmensausblicke, Rückrufe und Handelskonflikte belasten die deutsche Wirtschaft zum Jahresbeginn 2026.

BASF verfehlt Konsens: Deutsche Wirtschaft unter Druck

BASF hat mit seiner 2026er Prognose die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt. Das Unternehmen peilt einen EBITDA-Mittelpunkt von 6,6 Milliarden Euro an – rund 7 Prozent unter dem Konsens von Visible Alpha. Auch der freie Cashflow-Zielwert von 1,9 Milliarden Euro liegt unter der Schätzung von 2,2 Milliarden Euro. Die BASF-Aktie reagierte prompt mit einem Minus von rund 1,3 bis 1,6 Prozent im frühen Handel.

Dennoch sieht Bernstein-Analyst James Hooper Licht am Ende des Tunnels. Das Management erhöhe die Kostensenkungsziele und reduziere die mittelfristigen Investitionsausgaben, was auf eine aktive Restrukturierung hindeute. Hooper bestätigt zwar, dass die meisten Sparten weiterhin unter schwierigen Bedingungen leiden und ein Tiefzyklus zu Jahresbeginn erwartet wird. Langfristig sieht Bernstein BASF jedoch gut positioniert für eine zyklische Erholung.

Volkswagen und BMW mit strategischen Schlagzeilen

Volkswagen treibt die Verschlankung seines Portfolios voran und veräußert das Dieselmotoren-Geschäft Everllence, ehemals MAN Energy Solutions. Erste Gebote bewegen sich um 9,4 Milliarden US-Dollar – ein Wert, der Analystenprognosen teilweise übertrifft. Zu den Bietern zählen Brookfield, CVC, Blackstone sowie der japanische Hersteller Yanmar. VW plant, eine Minderheitsbeteiligung von 30 bis 40 Prozent zu behalten, um sich stärker auf das Kerngeschäft und die Elektromobilitätsstrategie zu konzentrieren.

BMW hat unterdessen einen weltweiten Rückruf für Hunderttausende Fahrzeuge angekündigt. Betroffen sind Modelle der Reihen i5, 7er, M5, 5er und i7, produziert zwischen Juni 2022 und Dezember 2025. Weltweit sind 337.374 Fahrzeuge betroffen, davon 29.441 in Deutschland. Ursache ist eine fehlerhafte Verlegung des Cockpit-Kabelbaums, die bei einem Mikrofiltertausch zu Kurzschluss, Rauchentwicklung und Brandgefahr führen kann. BMW bestätigte, dass bislang keine Unfälle durch diesen Defekt gemeldet wurden.

Arbeitsmarkt, Inflation und Tarifeinigung

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt zeigt sich eine leichte Eintrübung: Die Arbeitslosenzahl stieg im Februar um 1.000 auf 2,977 Millionen. Gleichzeitig entspannte sich die Inflation – in Nordrhein-Westfalen sank die Jahresinflation auf 1,8 Prozent. Ein positives Signal kommt vom Schienensektor: Deutsche Bahn und die GDL-Gewerkschaft einigten sich auf einen zweijährigen Tarifvertrag. Die Löhne steigen im August 2026 um 2,5 Prozent und im August 2027 um weitere 2,5 Prozent, ergänzt durch eine Einmalzahlung von 700 Euro im April. Weitere Streiks sind damit vorerst abgewendet.

Die Energieversorgung bleibt ein neuralgischer Punkt: Die PCK-Raffinerie in Schwedt, die Berlin und Brandenburg mit Kraftstoffen und Kerosin versorgt, steht unter erheblichem Druck durch mögliche US-Handelsentscheidungen. Rund 1.200 Arbeitsplätze und die Treibstoffversorgung von neun von zehn Fahrzeugen in Berlin hängen an dem Standort.

Internationaler Handelskonflikt belastet Europa

Die Wirtschaftsminister Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Liechtensteins haben die USA gemeinsam zu stabilen Handelsbeziehungen aufgefordert. Hintergrund ist ein Urteil des US-Supreme Court, das weitreichende Zölle unter dem IEEPA für ungültig erklärte. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte, die Zölle hätten den internationalen Handel geschädigt und zu höheren Verbraucherpreisen geführt. Konzerne wie Hasbro und L'Oreal klagen bereits gegen die US-Bundesregierung auf Rückerstattung gezahlter Importzölle.

Am Devisenmarkt steuert der US-Dollar auf monatliche Gewinne zu, gestützt durch geopolitische Spannungen und eine restriktive Fed-Haltung. ING-Analysten schätzen die Wahrscheinlichkeit eines US-Angriffs auf den Iran bis Ende März auf 55 Prozent. Der Euro verliert dagegen auf Monatssicht, da die EZB voraussichtlich an ihrer Zinspolitik festhält.

Positive Nachrichten kommen aus Norwegen: Der staatliche Sovereign Wealth Fund NBIM erzielte 2025 einen Jahresgewinn von rund 248 Milliarden US-Dollar – eine Rendite von 15,1 Prozent. Treiber waren starke Kursgewinne bei US-Technologiewerten wie Nvidia, Apple und Microsoft. Der Fonds setzt künftig auf KI-Modelle von Anthropic zur ESG-Prüfung seiner Investments.

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