BASF verfehlt Gewinnziel 2025: China-Druck belastet
Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat seine Gewinnprognose für 2025 verfehlt. Das operative Ergebnis lag bei 6,6 Milliarden Euro und damit unter der eigenen Zielbandbreite von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro.

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hat im Geschäftsjahr 2025 einen stärkeren Gewinnrückgang hinnehmen müssen als erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) vor Sondereinflüssen sank auf 6,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen nach Börsenschluss mitteilte. Damit verfehlte der DAX-Konzern seine eigene Prognosebandbreite von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro. Im Vorjahr 2024 hatte der operative Gewinn noch bei 7,2 Milliarden Euro gelegen.
Umsatzrückgang trotz höherem Nettogewinn
Der Konzernumsatz ging 2025 von 61,4 Milliarden Euro auf 59,7 Milliarden Euro zurück und lag damit im Rahmen der Analystenerwartungen. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn stieg hingegen von 1,3 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden Euro. Dieser Anstieg wurde durch einen höheren Ergebnisbeitrag der Beteiligung am Ölkonzern Wintershall Dea sowie einen Sonderertrag aus dem Verkauf des Bautenanstrichmittelgeschäfts an Sherwin-Williams gestützt.
Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow) verbesserte sich deutlich auf 1,3 Milliarden Euro nach 700 Millionen Euro im Vorjahr und übertraf damit die Erwartungen. Dies wurde durch niedrigere Investitionsausgaben erreicht.
Preisdruck aus China als Hauptbelastung
Als Hauptgründe für den Gewinnrückgang nannte BASF niedrigere Margen und negative Währungseffekte. Obwohl die verkauften Mengen leicht anstiegen, gaben die Verkaufspreise nach. Besonders belastend wirkt der massive Preisdruck aus China, wo Unternehmen ihre Überkapazitäten im Basischemikalienbereich durch aggressive Exportpreise abbauen.
Das verlangsamte chinesische Wirtschaftswachstum von fünf Prozent – deutlich unter den zweistelligen Raten der 2010er-Jahre – führt zu einem verstärkten Exportdruck chinesischer Produzenten. Dies drückt die Weltmarktpreise und schmälert die Margen im BASF-Kerngeschäft erheblich.
Investitionskürzungen und Stellenabbau
Konzernchef Markus Kamieth reagiert auf die anhaltende Schwächephase mit weitreichenden Sparmaßnahmen. Die Investitionen in den neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang wurden um 1,3 Milliarden Euro auf 8,7 Milliarden Euro reduziert. Erste Anlagen am Standort wurden bereits in Betrieb genommen.
Bis Ende 2026 sollen durch ein umfassendes Restrukturierungsprogramm 2,1 Milliarden Euro eingespart werden. Dies beinhaltet den weltweiten Abbau von etwa 3.300 Arbeitsplätzen, davon 700 in der Produktion am Stammsitz Ludwigshafen. Diese Restrukturierungsmaßnahmen verursachen jedoch zunächst zusätzliche Kosten.
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Zur AktienanalyseAktie unter Druck
Die Anleger reagierten enttäuscht auf die Zahlen. Die BASF-Aktie verlor am Freitag im frühen Handel 1,8 Prozent auf 45,68 Euro. JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi erwartet angesichts der Entwicklung weitere Korrekturen bei den Marktschätzungen für den Chemiekonzern.
Zusätzlich belastete die Zollpolitik und die damit verbundene Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro das Geschäft. Nordamerika ist der zweitwichtigste Markt für BASF nach Europa.


