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BASF überdenkt Ausbau der Batteriechemie

Elektroautoflaute zwingt Chemiekonzern zu Investitionsprüfungen und Strategiewechseln

BASF überdenkt Ausbau der Batteriechemie

Die Absatzflaute bei Elektroautos hat den weltgrößten Chemiehersteller BASF erreicht, was den Konzern dazu veranlasst hat, seine Strategie zum weiteren Ausbau des Engagements bei Batteriematerialien zu überdenken. Branchen- und Unternehmenskreisen zufolge prüft BASF kritisch neue Investitionen in diesem Bereich. Trotz der bisherigen Pläne, bis 2030 bis zu 4,5 Milliarden Euro in die Batteriechemie zu investieren, reagiert BASF auf die schleppende Entwicklung in der Elektromobilität mit Vorsicht. BASF bestätigte, dass bestehende Kapazitäten das Wachstum auf dem Markt für Batteriematerialien ermöglichen, jedoch zukünftige Investitionen im aktuellen Marktumfeld neu bewertet werden.

BASF ist einer der führenden Hersteller von Kathodenmaterialien, die entscheidend für die Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge sind. Diese Materialien werden in Werken in Japan, China, Deutschland und einer kleinen Anlage in den USA hergestellt. Das Geschäft wurde maßgeblich von Markus Kamieth aufgebaut, der seit Mai den Konzern führt. Zu den wichtigsten Konkurrenten zählen chinesische Anbieter und der belgische Materialspezialist Umicore. Diese Hersteller kämpfen mit einer schwächeren Nachfrage, da sich Elektroautos in vielen Regionen schlechter als erwartet verkaufen. Bloomberg NEF prognostiziert eine weitere Verlangsamung der E-Auto-Verkäufe mit einem globalen Wachstum von durchschnittlich 21 Prozent in den nächsten vier Jahren, im Vergleich zu 68 Prozent zwischen 2020 und 2023.

Die weltweite Kapazitätserweiterung in der Batteriechemie drückt die Preise und hat bereits Auswirkungen auf Konkurrenten wie Umicore. Diese mussten ihre Jahresprognose senken und erlebten einen Wechsel in der Unternehmensführung. BASF hingegen sieht sich weniger stark betroffen, da das Batteriegeschäft nur einen kleinen Teil der Sparte Surface Technologies ausmacht. Analysten schätzen den Umsatz in diesem Bereich auf rund eine bis 1,5 Milliarden Euro. Trotz der aktuellen Herausforderungen hält BASF an seinen mittelfristigen Zielen fest und plant, bis 2030 einen Umsatz von sieben Milliarden Euro mit Batteriematerialien zu erzielen und eine Gewinnmarge von 30 Prozent zu erreichen.

Erste Änderungen in der Strategie hat der neue Vorstandsvorsitzende Kamieth bereits vorgenommen. BASF hat den Plan, selbst in die Produktion von Nickel und Kobalt einzusteigen, verworfen und den Bau einer Produktionsanlage in Indonesien gestoppt. Auch von einem Investment ins Minengeschäft mit Lithium hat sich BASF zurückgezogen. Der Konzern begründet dies mit einer veränderten Verfügbarkeit der Metalle. In Nordamerika prüft BASF derzeit das weitere Vorgehen, nachdem sich der Konzern Rechte an einem Grundstück in Quebec gesichert hat. Ob das dort geplante Investment jemals umgesetzt wird, ist unklar.

In Schwarzheide hat BASF Mitte 2023 ihre erste große Anlage für Batteriestoffe in Europa eröffnet, deren Kapazitäten vertraglich gebunden und für die nächsten Jahre ausverkauft sind. Probleme gibt es jedoch im finnischen Werk, das aufgrund von Umweltklagen nicht in Betrieb genommen werden konnte. Trotz der Herausforderungen betont BASF die Bedeutung von Partnerschaften, um Risiken zu senken und Investitionskosten zu sparen. Der Konzern plant weiterhin, in Asien, Europa und den USA mit Batteriematerial-Hubs vertreten zu sein und strebt nach neuen Partnerschaften, um seine Position im schwächelnden Batteriegeschäft zu stärken.

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